Erdbeben zerstört Kirche – schon wieder
Nach Ausbruch des Vulkans Ätna

Erdbeben zerstört Kirche – schon wieder

Gerade erst war die Renovierung der Kirche beendet worden – nun steht wohl eine neue an, denn ein Erdbeben hat in Santa Venerina auf Sizilien den Glockenturm einstürzen lassen. Kurios auch, was mit einer Statue des Schutzheiligen gegen Erdbeben passiert ist.

Santa Venerina - 27.12.2018

Für die Kirche "Heiligste Maria vom Karmel" in der sizilianischen Kleinstadt Santa Venerina hätte es kaum schlechter laufen können: Am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertags wurde ihr gerade erst renovierter Kirchturm von einem Erdbeben zerstört, wie italienische Medien berichteten. Der nur wenige Meter hohe Glockenturm war an der Spitze der knapp 300 Jahre alten Fassade angebracht und fiel auf den Platz vor der Kirche. Bereits 2002 hatte ein Beben der Kirche und dem Glockenturm erhebliche Schäden zugefügt. Die letzten Renovierungsarbeiten waren erst vor kurzem beendet worden.

In der zehn Kilometer entfernten Stadt Acireale fiel ebenfalls ein Glockenturm dem Erdbeben zum Opfer. Wie "Vatican News" am Mittwoch berichtete, konnte sich der Pfarrer der Kirche "Heilige Maria vom Karmel und heiliger Emygdius" gerade noch retten, bevor der Turm auf das Pfarrhaus neben der Kirche fiel. "Wenn das alles an Heiligabend passiert und Menschen in der Kirche gewesen wären, würden wir nun nicht bloß über Sachschäden reden", sagte Arturo Grasso von der Diözese Acireale. Der Priester zeigte sich erleichtert darüber, dass niemand verletzt worden sei. Für Grasso ist es ein "Paradoxon", dass durch den Zusammenbruch des Glockenturms zudem die Statue des heiligen Emygdius von Ascoli auf dem Kirchplatz zerstört wurde. Schließlich werde der Bischof aus dem dritten Jahrhundert als Schutzpatron gegen Erdbeben verehrt.

Das Nachbeben der Stärke 4,8 auf der Richter-Skala ist das bislang stärkste nach dem Ausbruch des Vulkans Ätna am Heiligabend. Es gab 40 leicht Verletzte und zahlreiche Schäden an Gebäuden und Einrichtungsgegenständen in der Gegend rund um den Ätna im Osten Siziliens. Der Ausbruch des höchsten aktiven Vulkans Europas ist der erste seit mehr als einem Jahr. (rom)