Die traditionalistische Piusbruderschaft zelebriert die Messe nach dem alten Ritus.
Kommission "Ecclesia Dei" aufgelöst

Papst regelt Dialog mit Piusbrüdern neu

Bisher gab es eine eigene Kommission für den Dialog mit der traditionalistischen Abspaltung von der Kirche. Die von Johannes Paul II. gegründete Kommission "Ecclesia Dei" wird nun abgeschafft, hat Franziskus entschieden. Jetzt ist die Glaubenskongregation direkt am Zug.

Vatikanstadt - 19.01.2019

Papst Franziskus hat die Kommission "Ecclesia Dei" aufgelöst. Sie war bislang für den Dialog mit der traditionalistischen Piusbruderschaft zuständig. Ein entsprechendes Dekret ("Motu proprio") des Papstes dazu veröffentlichte der Vatikan am Samstag. Die Aufgaben der Kommission überträgt der Papst der Glaubenskongregation direkt, da die von "Ecclesia Dei" behandelten Ziele und Fragen vorwiegend lehrmäßiger Natur seien, heißt es in dem Schreiben mit Datum vom 17. Januar.

Bisher war die Kommission an die Glaubenskongregation angegliedert. Diese nimmt nun den Dialog mit der "Priesterbruderschaft St. Pius X" selbst in die Hand. Dazu wird eine neue Sektion innerhalb der Glaubenskongregation eingerichtet. Die Kongregation ist bereits für den Dialog und die Aufsicht anderer traditionalistischer Bewegungen in der katholischen Kirche zuständig. Auch die Haushaltsmittel von "Ecclesia Dei" werden in die Buchhaltung der Glaubenskongregation integriert.

Johannes Paul II. (1978-2005) hatte die Kommission "Ecclesia Dei" (Kirche Gottes) am 2. Juli 1988 gegründet, nachdem der Gründer der Piusbruderschaft, der französische Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991), unerlaubt vier Männer zu Bischöfen geweiht hatte. Damit hatten Lefebvre und die Geweihten sich automatisch die Exkommunikation, also den Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft, zugezogen. (KNA)