Kardinal Kevin Joseph Farrell im Porträt
Kämmerer führt Heiligen Stuhl während Sedisvakanz

Papst Franziskus ernennt Kardinal Farrell zum neuen Camerlengo

Wenn Papst Franziskus stirbt, ist er erst einmal der wichtigste Mann im Vatikan: Der Camerlengo führt die Staatsgeschäfte und organisiert das Konklave. Lange war das Amt vakant – nun beruft Franziskus einen Vertrauten zum neuen Kämmerer.

Vatikanstadt - 14.02.2019

Papst Franziskus hat einen neuen Kardinalkämmerer ernannt. Wie der Vatikan am Donnerstag mitteilte, übernimmt der Präfekt des Dikasteriums für die Laien, Kardinal Kevin Joseph Farrell, das Amt des Camerlengos.

Seit dem Tod des vorherigen Amtsinhabers, Kardinal Jean-Louis Tauran, am 5. Juli 2018 war die Position vakant. Zu den Aufgaben des Camerlengos gehört es, nach dem Tod eines Papstes das Konklave zur Wahl eines Nachfolgers zu organisieren und die Staatsgeschäfte des Heiligen Stuhls während der Sedisvakanz zu führen.

Der 1947 in Dublin geborene Kardinal Farrell war vor seiner Zeit an der Kurie Bischof von Dallas (USA) und wurde 2016 zum Präfekten des neuerrichteten Dikasteriums für Laien, Familie und Leben ernannt. Außerdem ist er Mitglied in der Päpstlichen Kommission für den Staat der Vatikanstadt, die stellvertretend für den Papst legislative Aufgaben im Kirchenstaat wahrnimmt. Der US-Bürger Farrell ist der erste Nicht-Europäer in diesem Amt. Ursprünglich gehörter er den Legionären Christi an, 1984 wurde er im Erzbistum Washington, DC inkardiniert, wo er ab 2001 bis zu seiner Ernennung zum Bischof von Dallas im Jahr 2007 Weihbischof war.

Viel Verantwortung während der Sedisvakanz

Der Camerlengo stellt den Tod eines Papstes offiziell fest und zerstört dann den Fischerring, um so das Ende des Pontifikats zu symbolisieren und die weitere Verwendung als Siegelring zu verhindern. Bis zur Verlesung des Testaments bewahrt er es auf. Außerdem ist er für die Organisation des Begräbnisses verantwortlich.

Die Vertretung des Papstes in der Sedisvakanz beschränkt sich auf die Regierung des Vatikanstaats. Die Führung der Kirche selbst obliegt gemäß der Konstitution Universi Dominici gregis bis zur Wahl eines neuen Papstes dem Kardinalskollegium.

Aufgrund dieser Aufgaben ist das Amt des Kämmerers eines der wenigen Kurienämter, die mit dem Tod des Papstes nicht erlöschen. Im Zuge der langen Vakanz des Amtes war zuvor in den Medien spekuliert worden, dass Papst Franziskus das Amt abschaffen könnte. (fxn)

14. Februar 2019, 14.30 Uhr: Weitere biographische Details ergänzt bzw. korrigiert.