Erzbischof Ludwig Schick
Bamberger Erzbischof wirbt bei Gläubigen um Geduld

Schick: Große Kirchenreformen gehen "nicht hopplahopp"

Viele Gläubige zögen sich derzeit aufgrund der Verfehlungen von Bischöfen und Priestern zurück: Für die erhofften Kirchenreformen brauche es jedoch Geduld, mahnt Bambergs Erzbischof Ludwig Schick. Zunächst sei eine Reihe kleiner Schritte wichtig.

Bamberg - 24.02.2019

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat um Geduld im Umgang mit drängenden Zukunftsfragen geworben. Gegenseitige Vorwürfe sollten vermieden und nicht zu sehr auf die großen Lösungen geschaut werden, sagte Schick am Samstag bei einer Orgelweihe im oberfränkischen Oberailsfeld. "Zukunft wird in kontinuierlichen Schritten nach vorne gestaltet, nicht hopplahopp." Jeder müsse seinen Beitrag leisten, im Naturschutz wie bei notwendigen Reformen in der Kirche.

"Für den Erhalt der Umwelt müssen wir unseren Lebensstil ändern und bescheidener werden", sagte der Erzbischof. Das bedeute etwa, keine Lebensmittel wegzuwerfen und mehr Geld für ökologisch in der Region erzeugte Lebensmittel auszugeben.

In der Kirche sei derzeit zu beobachten, dass sich Gläubige aufgrund der Verfehlungen von Bischöfen, Priestern und pastoralen Mitarbeitern zurückzögen. "Wir brauchen im Moment auch die kleinen Schritte der Treue zu den täglichen Gebeten, zum Einhalten der Zehn Gebote und das Beibehalten und den Besuch der Sonntagsgottesdienste", fügte er hinzu.

Heute endete im Vatikan der Anti-Missbrauchsgipfel mit 190 Teilnehmern aus aller Welt. Nach dem Abschlussgottesdienst wandte sich Papst Franziskus in der Sala Regia des Apostolischen Palasts mit einer programmatischen Rede an die Bischöfe. (tmg/KNA)