Christian Stäblein
Neuer evangelischer "Hauptstadtbischof"

Stäblein: In der Ökumene auch die Unterschiede nennen

Christen sollten nicht nur die Gemeinsamkeiten, sondern auch die Unterschiede zwischen den Konfessionen benennen können, findet Christian Stäblein, ab Herbst evangelischer "Hauptstadtbischof". Denn nur so werde die Vielfalt der Kirchen zum Reichtum.

Berlin - 02.06.2019

Nach Ansicht des künftigen evangelischen "Hauptstadtbischofs" Christian Stäblein müssen Christen in der Ökumene nicht nur die Gemeinsamkeiten, sondern auch die Unterschiede zwischen den Konfessionen formulieren können. Das sagte der designierte Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesischen Oberlausitz (EKBO) am Sonntag bei einem christlichen Kulturschoppen des Evangelischen Arbeitskreises der CDU in Berlin und Brandenburg.

Gerade als ökumenisch gesinnter Christ sage er, "der Reichtum der Vielfalt der Kirchen wird doch nur dann zum Reichtum, wenn ich die Unterschiede auch formulieren kann", betonte der Theologe. Wo Konfessionen das könnten, funktioniere die Ökumene besser, als dort, wo man im vorauseilenden Gehorsam auf alles verzichte: "Mein Bild ist nicht, dass da eine christliche Gemeinschaft in ganz Berlin draus wird."

"Modernste Form der Ökumene"

Die unierte Landeskirche, in der Lutheraner und Reformierte verbunden sind, nannte Stäblein im Gespräch die "modernste Form der Ökumene": Man könne gemeinsam Gottesdienst und Abendmahl feiern, "auch wenn wir an bestimmten Stelle unserer Lehrer nicht vollständig übereinstimmen." Dies gelte auch für die Vielfalt in der EKBO.

Stäblein war Anfang April zum Nachfolger von Bischof Markus Dröge gewählt, dessen Stellvertreter er bisher war. Am 16. November wird er sein neues Amt als evangelischer "Hauptstadtbischof" antreten. Zu seiner Wahl hatte ihm unter anderem der katholische Berliner Erzbischof Heiner Koch gratuliert. "Große Herausforderungen warten auf uns. Gemeinsam werden wir sie meistern", betonte Koch in einem Glückwunsch-Schreiben. Er würdigte Stäblein als "sensibel für die Belange von bedrängten Minderheiten, insbesondere für die unserer jüdischen Geschwister" und als "Mann des Wortes". Er freue sich auf die Zusammenarbeit und hoffe, dass sie von dem gleichen "tiefen Vertrauen getragen" sein werde wie schon mit Bischof Dröge. (mal/KNA)