Das Freiburger Münster und die umgebenden Häuser.
Online Vorschläge und Kritik an Bistumsleitung übermitteln

Erzbistum Freiburg: Gläubige sollen bei Reformprozess mitreden

"Kirchenentwicklung 2030", so heißt der Reformprozess im Erzbistum Freiburg. Besonders die geplante Zusammenlegung von 1.000 Einzelpfarreien zu 40 Großgemeinden hat im Vorfeld viel Kritik ausgelöst. Nun ruft das Erzbistum die Gläubigen zu einer Online-Rückmeldung auf.

Freiburg - 05.07.2019

Das Erzbistum Freiburg hat die Gläubigen dazu aufgerufen, sich am aktuellen Reformprozess zur Zukunft der Diözese einzubringen. Dazu wurde am Freitag unter www.kirchenentwicklung2030.de ein neues Online-Formular freigeschaltet. Dort können Vorschläge, Ideen und Kritik zu bereits geplanten Veränderungen an die Bistumsleitung und die für die Reformen verantwortlichen Gruppen geschickt werden.

Thematisch geht es etwa um die Neuaufstellung von Kirchengemeinden, das Verhältnis von Priestern und Ehrenamtlichen oder um neue Formen religiösen Lebens. "Wir sind davon überzeugt, dass die Menschen vor Ort mit ihrem besonderen Blick auf die Zukunft ihrer Kirchengemeinden wertvolle Vorschläge und Ideen beisteuern können", sagte Projektleiter Wolfgang Müller am Freitag in Freiburg.

Aus 1.000 Einzelpfarreien sollen 40 Großgemeinden werden

Im Blick auf sinkende Katholikenzahlen steht Erzbistum Freiburg vor großen Veränderungen. Die Bistumsleitung hat einen breit angelegten Reformprozess angestoßen. Statt zu resignieren, brauche es neue Visionen, betonte Erzbischof Stephan Burger zuletzt. "Wir geben unseren Anspruch nicht auf, für die da zu sein, die uns brauchen, die nach dem gelebten Evangelium suchen."

Grundlage der Strukturdebatten ist das Konzept "Kirchenentwicklung 2030". Es sieht vor, die Zahl der Kirchengemeinden drastisch zu verkleinern. Statt bislang 224 Gemeinden mit etwa 1.000 Einzelpfarreien soll es künftig zwischen Bodensee und Mannheim noch rund 40 Großgemeinden geben. Unter dem Dach der neuen Großgemeinden sollen dann auf Ebene der heutigen Pfarreien bisherige Initiativen weitergehen und zugleich neue Modelle der Seelsorge entstehen.

Derzeit wird über den regionalen Zuschnitt der neuen Großgemeinden beraten. Ab 2021 soll es den Plänen zufolge an die Umsetzung gehen. Ähnliche Strukturdebatten gibt es derzeit in mehreren deutschen Bistümern. (rom/KNA)