Papst Franziskus fordert Ende der Sklaverei
"Wir alle sind als Abbild Gottes, ihm ähnlich erschaffen"

Papst Franziskus fordert Ende der Sklaverei

Die Zeiten, in denen tausende Menschen aus Afrika entführt und zur Arbeit auf amerikanischen Baumwoll- oder Zuckerrohrplantagen gezwungen wurden, sind gottlob vorbei. Doch Sklaven gibt es auch heute noch. Papst Franziskus hat dabei vor allem die Schwächsten im Blick.

Vatikanstadt - 24.08.2019

Papst Franziskus hat zur Abschaffung der Sklaverei aufgerufen. "Wir alle sind als Abbild Gottes ihm ähnlich erschaffen. Wir haben die gleiche Würde. Beenden wir die Sklaverei! #IDRSTA", schrieb der Papst am Freitag auf Twitter.

Anlass ist der International Day for the Remembrance of the Slave Trade and its Abolition, der von den Vereinten Nationen ausgerufene internationale Tag zur Erinnerung an den Sklavenhandel und dessen Abschaffung. Er soll am 23. August jeden Jahres an den transatlantischen Sklavenhandel erinnern.

Aktuell werden vor allem Kinder zum Opfer von Sklaverei. Im Bürgerkriegsland Syrien leben laut Schätzungen 30.000 Kindern ohne Identitätsnachweis und ohne offizielle Registrierung, wie Vatican News am Freitag berichtete. Der Orden der Franziskaner habe aus diesem Grund das Projekt "Name und Zukunft" ins Leben gerufen, um Kindern im Alter von drei bis acht Jahren zu helfen.

Die Kinder seien weder registriert noch besuchen sie eine Schule; einige von ihnen seien behindert, sagte Pater Firas Lutfi, Leiter des "Franciscan Care Center" und des "Terra Sancta College", dem Portal. Das Projekt unterscheide bei der Aufnahme der Kinder "nicht zwischen Religionen, weil wir zum Wiederaufbau Syriens beitragen und verhindern wollen, dass der Extremismus gerade bei diesen Kindern mögliche zukünftige Anhänger findet", so Lutfi.

Der Apostolische Vikar in Aleppo, George Abou Khazen, forderte die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf. Der EU warf er vor, bisher nicht wirklich etwas gegen den Krieg in Syrien getan zu haben. Und weiter: "Mitansehen zu müssen, dass sich die EU mit internationalen Sanktionen den großen internationalen Mächten angeschlossen hat, war eine große Enttäuschung. Denn diese Sanktionen treffen vor allem die Menschen, die ohnehin schon nicht wissen, ob sie den nächsten Tag noch erleben werden". (KNA)