Papst nennt Kritik aus konservativen Kreisen "eine Ehre"
Franziskus über Kardinal Müller: "Er ist wie ein Kind"

Papst nennt Kritik aus konservativen Kreisen "eine Ehre"

Papst Franziskus erhält für seinen Reformkurs aus konservativen Kreisen viel Gegenwind. Diese Kritik sei "eine Ehre", sagte der Pontifex nun auf seinem Flug nach Mosambik - und sprach dabei auch über den deutschen Kardinal Gerhard Ludwig Müller.

Maputo - 05.09.2019

Papst Franziskus hat Angriffe konservativer Kreise gegen seine Amtsführung als "eine Ehre" bezeichnet. Das Kirchenoberhaupt äußerte sich auf dem Flug nach Mosambik am Mittwoch vor mitreisenden Journalisten. Franziskus bezog sich auf ein aktuelles Buch des französischen Vatikan-Korrespondenten Nicolas Seneze mit dem Titel "Wie Amerika den Papst verändern will", das sich mit Kritikern um den früheren Washingtoner Nuntius Carlo Maria Viganò, aber auch aus der politischen Rechten befasst.

Vatikansprecher Matteo Bruni präzisierte die päpstliche Aussage "Es ist eine Ehre, wenn die Amerikaner mich angreifen" dahingehend, Franziskus betrachte Kritik immer als Ehre, besonders wenn sie von maßgeblichen Denkern vorgebracht werde "und in diesem Fall von einer bedeutenden Nation". Bruni betonte, die Äußerung habe in einem "informellen Rahmen" stattgefunden.

Papst in Mosambik eingetroffen

Mit Blick auf kritische Einlassungen des ehemaligen Glaubenspräfekten Kardinal Gerhard Ludwig Müller sagte der Papst auf eine Journalistenfrage, Müller habe gute Absichten, sei dabei aber "wie ein Kind". Wörtlich sagte Franziskus: "Er hat gute Absichten, er ist ein guter Mann. Der Papst mag ihn. Aber er ist wie ein Kind." Der Papst äußerte sich bei einer kurzen Begrüßung der mitreisenden Medienvertreter. Dabei wurde er auf Beiträge des früheren Chefs der Glaubenskongregation angesprochen, die eine kritische Sicht auf das aktuelle Pontifikat durchblicken ließen.

Papst Franziskus war am Mittwochabend zu einem knapp zweitägigen Besuch in Mosambik eingetroffen. Um kurz nach 18 Uhr setzte der Airbus A330 nach zehnstündigem Flug auf dem Flughafen der Hauptstadt Maputo auf. Dort wurde das Kirchenoberhaupt vom Staatsoberhaupt des südostafrikanischen Landes, Präsident Filipe Nyusi, und dessen Frau begrüßt. Nach einem Empfang mit militärischen Ehren und der Begrüßung durch mehrere Tanzgruppen begab sich Franziskus mit dem Papamobil in die Apostolische Nuntiatur.

Mosambik ist die erste Station einer knapp einwöchigen Reise des Papstes nach Südostafrika. Am Freitagnachmittag fliegt er nach Madagaskar weiter. Am Montag ist ein Tagesbesuch auf der Insel Mauritius geplant, bevor Franziskus am Dienstag nach Rom zurückkehrt. (rom/KNA)