Papst Franziskus während der Generalaudienz auf dem Petersplatz im Vatikan am 22. März 2017.
"So viele Sünden, so viele schlechte Dinge"

Papst: Darum geht die Kirche trotz aller Skandale nicht unter

Vor Sünden und Skandalen sei die katholische Kirche keineswegs gefeit, sagt Papst Franziskus. Doch ein Kriterium unterscheide sie von allen anderen Systemen – und rette sie stets vor dem Untergang.

Vatikanstadt - 18.09.2019

Laut Papst Franziskus kann die Kirche trotz aller Skandale nicht untergehen. "Wir sind Sünder, und oft geben wir Anlass zu Skandalen, so oft. Aber Gott ist mit uns. Er rettet immer, der Herr", sagte der Pontifex laut "Vatican News" am Mittwoch bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz. "Denkt an die großen Imperien, an die Diktaturen des letzten Jahrhunderts", so Franziskus. Sie seien alle untergegangen. Das gelte auch für heutige politische Systeme, "wenn Gott nicht bei ihnen ist". "Denken wir an die Geschichte der Christen, auch an die Geschichte der Kirche, an so viele Sünden, an so viele Skandale, an so viele schlechte Dinge." Trotzdem gehe die Kirche nicht unter, "weil Gott da ist", betonte der Papst.

Bei der Fortsetzung seiner Katechese-Reihe über die Apostelgeschichte erinnerte Franziskus an den Mut der Apostel, den ihnen der Heilige Geist gebracht habe. "Seit Pfingsten sind sie keine vereinzelten Menschen mehr. Sie erleben diese spezielle Synergie, die sie dazu bringt, sich selbst aus dem Mittelpunkt zu nehmen und zu sagen: Wir und der Heilige Geist." Menschliche Projekte scheiterten alle über kurz oder lang, doch Dinge, die der Heilige Geist beseele, überdauerten, so der Tenor des Papstes. "Wenn wir in uns den Heiligen Geist haben, dann haben wir den Mut, voranzugehen, den Mut, viele Kämpfe zu gewinnen, nicht für uns, sondern für den Geist, der mit uns ist", so Franziskus.

"Ihr letztes Wort war 'Jesus'"

In diesem Zusammenhang erinnerte der Papst auch an die 21 koptischen Märtyrer, die 2015 von Terroristen des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) in Libyen getötet wurden. "Das letzte Wort, das sie sagten, war 'Jesus'", so Franziskus. "Sie haben den Glauben nicht verkauft, denn der Heilige Geist war in ihnen." Diese "Märtyrer von heute" wie auch die Apostel seien die "Megafone" des Heiligen Geistes", von Gott gesandt, um sein Wort ohne Zögern zu verbreiten, so der Papst. (tmg)