Bischöfe: Kirche hält an universalem Missionsanspruch fest
DBK veröffentlicht Bischofswort "Evangelisierung und Globalisierung"

Bischöfe: Kirche hält an universalem Missionsanspruch fest

Gehört die christliche Mission der Vergangenheit an? Keineswegs: Unter dem Titel "Evangelisierung und Globalisierung" haben die deutschen Bischöfe heute ein neues Dokument zur weltweiten Mission vorgestellt.

Fulda - 24.09.2019

Die katholische Kirche hält auch im Zeitalter der Globalisierung und Digitalisierung an ihrem Anspruch zur Mission aller fest. Die Botschaft der Kirche sei von ihrem Wesen her universal, sagte der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Bischofskonferenz, Ludwig Schick, am Dienstag vor Journalisten in Fulda.

Kein katholischer Glaube ohne Solidarität

Mission oder auch Evangelisierung hat aus Schicks Sicht immer eine soziale Dimension. Berühmte Missionare seien oft Pioniere der Bildung und der Gesundheitsversorgung gewesen. Auch das Bemühen um Frieden und Gerechtigkeit gehörten aus christlicher Sicht zur Verkündigung des Reiches Gottes. Die "Förderung einer Solidaritätskultur" stehe gegen eine "folgenlose Wohlfühlspiritualität auch im Christentum". Katholischen Glauben könne es nicht ohne Bereitschaft zur Solidarität geben. Auch die Bewahrung der Schöpfung, also Umweltschutz, gehöre zum Christentum, so Schick.

Der Erzbischof stellte am Rande der Herbstvollversammlung der Bischöfe ein 74-seitiges Papier mit dem Titel "Evangelisierung und Globalisierung" vor. Anlass ist der von Papst Franziskus ausgerufene außerordentliche Monat der Weltmission im Oktober. Das Bischofswort will die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte analysieren und fragt nach einer Weiterentwicklung des Begriffs der christlichen Mission. Die Kirche könne Menschen nur erreichen, wenn sie die Weltsituation, Lebenswelten und kulturelle Entwicklungen begreife und berücksichtige.

Die Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe findet noch bis Donnerstag in Fulda statt. Die Oberhirten beraten unter anderem über die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Weiteres zentrales Thema ist der im Frühjahr von den Bischöfen beschlossene "synodale Weg", in dem es um kirchliche Machstrukturen, die priesterliche Lebensform, die Sexualmoral sowie um die Rolle von Frauen in der Kirche gehen soll. Weiter beraten die Oberhirten über die Amazonas-Synode, die im Oktober im Vatikan tagt. Am Dienstag richtete sich die Vollversammlung zudem mit einem Brief an den in New York tagenden UN-Gipfel für Nachhaltigkeit. "Helfen Sie mit, der Menschheit begründete Hoffnung zu vermitteln, dass die Schöpfung nicht verloren ist", heißt es an die Staats- und Regierungschefs gerichtet. "Die Zeit rinnt dahin, aber noch haben wir die Kraft und die Chance, das Ruder herumzureißen." (tmg/KNA)