Bischöfe drängen EU-Kommission zu mehr Umweltschutz

Hollerich: Konsumverhalten von Christen trägt zu Waldbränden bei

Aktualisiert am 26.10.2019  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Konsum und Lebensweise der europäischen Christen sei auch dafür verantwortlich, dass Menschen in Südamerika unter den Folgen des Klimawandels litten. Deshalb fordert die COMECE eine "ökologische Bekehrung" - auch der EU-Politik.

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Die katholische Kirche will in Sachen Klimaschutz Druck auf die neue EU-Kommission machen. Diese habe zwar schon ein "ambitioniertes Programm"; man wolle im Gespräch mit den Politikern aber darauf drängen, noch mehr zu tun, sagte der Vorsitzende der EU-Bischofskommission COMECE, Kardinal Jean-Claude Hollerich, der Internetseite "Vatican News" (Freitag). Darüber hinaus verlangte er eine "ökologische Bekehrung" seitens der Kirche.

Das Konsumverhalten von Christen in Europa trage auch zu den Waldbränden im Amazonasgebiet bei. "Wir müssen unsere Lebensweise ändern, unsere Konsumweise", sagte der Luxemburger Erzbischof. Nötig sei auch ein sozial verträglicher Umbau der Wirtschaft weg von klimaschädlichen Industriesparten.

Die katholische Kirche in Europa müsse die Umweltfrage global und mit einer Option für die Armen betrachten. Die Armen der Welt dürften nicht Opfer einer Politik werden, die sich um den Klimawandel nicht kümmere, so Hollerich.

Die EU-Bischofskommission beendete am Freitag ihre dreitägige Vollversammlung in Brüssel. Die Geistlichen setzten sich bei ihrem Treffen unter anderem mit den Herausforderungen nach den Europawahlen und umweltpolitischen Fragen mit Blick auf Individuen und Familien auseinander. Hollerich nimmt auch an der im Vatikan tagenden Amazonas-Synode teil, die sich ebenfalls mit Umweltfragen befasst. Das Bischofstreffen endet am Sonntag.

Die "Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft" (COMECE) wurde am 3. März 1980 gegründet. Darin schlossen sich die katholischen Kirchen der EG- und später EU-Staaten zusammen. Jede Bischofskonferenz bestimmt einen Delegierten, die sich etwa halbjährlich zur Vollversammlung und zum Austausch mit EU-Politikern und Interessenverbänden treffen. Aus Deutschland nimmt der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck daran teil. Präsident der COMECE ist seit März 2018 der Luxemburger Erzbischof Jean-Claude Hollerich. (cst/KNA)