Im Vordergrund ein Priester mit Kollarkragen und im Hintergrund eine Frau.
Frau stellte dem Priester über 19 Jahre nach

Nackttänze und Phallussymbole: Pfarrer-Stalkerin verurteilt

Sie schickte ihm Liebesbriefe, rief ihm auf der Straße obszöne Worte zu, platzierte Phallussymbole in seinem Garten oder entblößte sich tanzend vor ihm: Fast 20 Jahre lang stellte die Frau dem Pfarrer nach. Erst jetzt wurde sie verurteilt.

Meschede - 19.11.2019

Weil sie einen Pfarrer gestalkt hat, wurde eine 76-Jährige zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Im Gegensatz zu vorherigen Verfahren sah das Gericht sie als voll schuldfähig an, berichteten mehrere Medien am Montag. Die Geistesverfassung der Frau war in den Verfahren immer wieder strittig.

Im Jahr 2000 hatte sie den Pfarrer der katholischen Sankt-Nikolaus-Gemeinde in Meschede-Freienohl kennengelernt und sich in eine angebliche Liebesbeziehung zu ihm hineingesteigert. Sie stellte ihm nach, schickte ihm SMS, E-Mails und Liebesbriefe, rief ihm auf der Straße obszöne Worte zu, platzierte Phallussymbole in seinem Garten oder entblößte sich tanzend vor ihm. Da sie auch nachts versuchte, mit ihm Kontakt aufzubauen, leidet der Pfarrer mittlerweile unter Bluthochdruck und Schlafstörungen.

Er versuchte bereits mehrere Male, sie auch mit juristischen Mitteln zu stoppen. Doch vor Gericht war der psychische Zustand der Frau umstritten. Laut der Gerichtsdirektorin Doris Goß gibt es 17 Gutachten über sie, "die alle zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen". Nun habe ein Gutachten für das Gericht überzeugend dargelegt, dass die Frau ihre Handlungen sehr wohl steuern könne und damit schuldfähig sei. Die Frau wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, da viele vorherige Prozesse mit einem Freispruch endeten oder eingestellt wurden. Auch dieses Mal hat der Anwalt der 76-Jährigen Berufung angekündigt. (cph)