Papst zum Welttag der Kranken: Nein zu jeder Art von Euthanasie
Tag wurde von Papst Johannes Paul II. ins Leben gerufen

Papst zum Welttag der Kranken: Nein zu jeder Art von Euthanasie

Keine Zugeständnisse an jede Form von Sterbehilfe! Das fordert Papst Franziskus. Dazu müssten auch Ärzte und Pflegepersonal die entsprechenden Schlüsse ziehen. Er erinnerte allerdings auch an die besonderen Rahmenbedingungen der medizinischen Berufe.

Vatikanstadt - 03.01.2020

Papst Franziskus hat sich erneut deutlich gegen "Zugeständnisse an wie auch immer geartete Formen der Euthanasie, des assistierten Selbstmordes oder der Beendigung des Lebens" gewandt. Dies gelte auch dann, "wenn keine Aussicht auf Heilung der Krankheit besteht", schreibt er in seiner am Freitag veröffentlichten Botschaft zum katholischen "Welttag der Kranken" (11. Februar).

Der Welttag steht in diesem Jahr unter dem biblischen Motto "Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken". Der von Papst Johannes Paul II. 1993 ins Leben gerufene Gedenktag findet in diesem Jahr zum 28. Mal statt.

Um die Würde der Patienten und den Lebensschutz zu wahren, sei für Ärzte und Pflegepersonal "in bestimmten Fällen" auch "eine Weigerung aus Gewissensgründen notwendig", so Franziskus weiter. Das Leben gehöre Gott und sei daher unantastbar und unverfügbar, so der Papst unter Bezug auf eine Instruktion der Römischen Glaubenskongregation von 1987 und eine Enzyklika Johannes Pauls II. von 1995. Leben müsse "von seinem Geborenwerden bis zu seinem Sterben angenommen, geschützt, geachtet und unterstützt" werden; das verlangten sowohl die Vernunft als auch der Glaube an Gott.

Krankenhilfe nicht politisieren

Gleichzeitig erinnert der Papst daran, dass auch die Mitarbeiter im Gesundheitswesen Menschen mit Schwächen und Krankheit seien. Zudem gerieten viele von ihnen bei Kriegen und gewaltsamen Konflikten ins Visier. Auch mahnt das Kirchenoberhaupt eine Eigenständigkeit des Gesundheitswesens gegenüber rein politischen Zielen an.

 Papst Franziskus lächelnd auf dem Petersplatz

Um die Würde der Patienten und den Lebensschutz zu wahren, sei für Ärzte und Pflegepersonal "in bestimmten Fällen" auch "eine Weigerung aus Gewissensgründen notwendig", so Franziskus.

Zudem kritisiert Franziskus, dass weltweit viele Menschen durch Armut keinen Zugang zu medizinischer Versorgung hätten. Er appelliert "an die Gesundheitsbehörden und Regierungen aller Länder der Welt, die soziale Gerechtigkeit nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen zu vernachlässigen".

Insgesamt bräuchten kranke Menschen neben aller professionellen medizinischen und pflegerischen Hilfe ganzheitliche Zuwendung. Nicht allein ihr Körper oder ihre Seele seien in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch "die intellektuelle, affektive und spirituelle Dimension" des Kranken sowie seine Beziehungen zu Freunden und Familie. Gerade das Leid der letzteren müsse mit bedacht werden. Am besten Trost spenden könnten zudem jene Menschen, die selbst Krankheit und Leid am eigenen Leib erlebt haben. (KNA)