Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode
"Diese Stärke der Kirche brauchen wir nicht zu verstecken"

Bode: Trotz Skandalen nicht im kirchlichen Engagement nachlassen

Nach wie vor gebe es viele Menschen, "die Vertrauen in die Kirche setzen": Bischof Franz-Josef Bode macht den Mitarbeitern seines Bistums Mut, sich trotz aller Skandale nicht unterkriegen zu lassen – und nennt die Stärken, die die Kirche noch immer habe.

Osnabrück - 17.01.2020

Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode hat haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter aufgefordert, trotz der Erschütterungen durch die Missbrauchsfälle in ihrem Engagement nicht nachzulassen. Nach wie vor gebe es viele Menschen, "die Vertrauen in die Kirche setzen, Vertrauen in ihr karitatives Handeln, in ihre Schulen und Bildungseinrichtungen", schreibt Bode ihnen in einem Brief, der in diesen Tagen verschickt wird. Auch gebe es hohe Erwartungen an die Seelsorge, an Gesten des Segens und eine positive Heilszusage. "Diese Stärke der Kirche brauchen wir nicht zu verstecken."

2019 sei kein leichtes Jahr für die Kirche in Deutschland gewesen, so der Bischof. Alte und neue Missbrauchsfälle hätten viele Fragen aufgeworfen und Auseinandersetzungen ausgelöst. Mitarbeiter der Kirche stießen in ihrem Umfeld auf Unverständnis für ihr Engagement. Er wisse um die damit verbundenen Belastungen und fühle mit ihnen. "Wo ich selbst als Bischof die Verantwortung für diese Verunsicherung trage und für die Fehler, die von mir gemacht worden sind und die ich sehr bereue, bitte ich um Vergebung", schreibt Bode weiter.

"Neue Wege in die Zukunft gehen"

Er wolle zusammen mit den Mitarbeitern der Kirche im Bistum "neue Wege in die Zukunft gehen", heißt es in dem Schreiben. Viele hofften auf ein gutes Gelingen des Ende Januar startenden Synodalen Wegs. Trotz Skepsis von verschiedenen Seiten gebe es zu der kirchlichen Reformdebatte in seinen Augen "keine Alternative", so Bode.

Mit dem auf zwei Jahre angelegten Synodalen Weg wollen die Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland beraten. Ein Ziel ist es, nach dem Missbrauchsskandal verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Schwerpunktthemen sind die Sexualmoral, die priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen in der Kirche. Vom 30. Januar bis zum 1. Februar 2020 steht die erste Synodalversammlung mit mehr als 200 Frauen und Männern in Frankfurt an. (KNA)