Kardinal Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien, bei der Pressekonferenz zur Familiensynode am 16. Oktober 2014 im Vatikan.
Nachfolger soll bereits feststehen

Medien: Kardinal Schönborn gibt Vorsitz der Bischofskonferenz ab

Kardinal Christoph Schönborn soll als Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz zurücktreten: Laut Medienberichten steht auch sein Nachfolger bereits fest. Die Suche nach einem neuen Erzbischof von Wien sei ebenfalls schon in vollem Gange.

Wien - 17.01.2020

Laut einem Medienbericht soll der Wiener Kardinal Christoph Schönborn (74) im März den Vorsitz der Österreichischen Bischofskonferenz abgeben. Nachfolger werde sein bisheriger Stellvertreter, der Salzburger Erzbischof Franz Lackner (63), berichtet die Nachrichtenagentur APA (Freitag) unter Berufung auf "hohe Kirchenkreise". Eine offizielle Bestätigung war am Freitag nicht zu erhalten.

Suche eines Nachfolgers als Wiener Erzbischof bereits begonnen

Der nach Krankheiten geschwächte Schönborn wird am Mittwoch (22. Januar) 75 Jahre alt. Er erreicht damit die Altersgrenze, mit der Bischöfe dem Papst gemäß dem Kirchenrecht ihren Amtsverzicht anbieten müssen. Dies hat Schönborn bereits im Oktober getan. Eine offizielle Antwort aus dem Vatikan sei bislang aber nicht erfolgt, berichtet die Presseagentur "Kathpress".

Die APA zitiert Stimmen, nach denen der Rücktritt Schönborns als Wiener Erzbischof vom Papst "nunc pro tunc" (jetzt für später) angenommen werde. Das bedeutet, dass die Amtszeit für eine gewisse Zeit verlängert werden könnte. APA spricht von ein bis zwei Jahren. Die Suche eines Nachfolgers für Wien habe bereits begonnen.

Nach einem Lungeninfarkt im Dezember und einer mehrwöchigen Kur hat Schönborn seine Amtsgeschäfte am Freitag wieder aufgenommen. Er dankte in einem Video über seine Social-Media-Kanäle für die vielen Genesungs- und Geburtstagswünsche. Schönborns Arbeitspensum bleibe reduziert, hieß es; viele Termine bis in den Sommer seien bereits abgesagt.

Lackner leitet die Erzdiözese Salzburg seit 2013. Der Salzburger Erzbischof trägt seit 1648 den Ehrentitel eines "Primas Germaniae" und ist Metropolit der Kirchenprovinz Salzburg, zu der die Diözesen Gurk, Graz-Seckau, Innsbruck und Feldkirch gehören. Von Dezember 2018 bis Juni 2019 machte der Papst Lackner zum Apostolischen Visitator (Prüfer) im krisengebeutelten Kärntner Bistum Gurk-Klagenfurt. Lackner gilt als "Multitalent" der Österreichischen Bischofskonferenz. Er wird unter anderem als Mittler zwischen Jung und Alt sowie zwischen Spiritualität und Sport geschätzt. (KNA)