Papst im Gespräch mit Bischöfen
Bei Ad-Limina-Treffen im Vatikan

US-Erzbischof: Papst spricht sich gegen Ehe Homosexueller aus

Eigentlich finden die Gespräche des Papstes mit Bischöfen bei den regelmäßigen Ad-Limina-Treffen hinter verschlossenen Türen statt. Ein amerikanischer Oberhirte hat jetzt aber verraten, worüber Franziskus mit der Delegation gesprochen hat.

Vatikanstadt - 29.01.2020

Der Papst hat in einem Gespräch mit US-Bischöfen betont, dass homosexuelle Paare nicht heiraten können. Das sagte der Erzbischof von San Francisco, Salvatore Cordileone, nach einem zweieinhalbstündigen Treffen mit Franziskus am Montag dem amerikanischen Catholic News Service. "Er machte wichtige Unterscheidungen zwischen der (sexuellen) Orientierung und der Frage der Ehe", so Cordileone weiter. "Die Ehe ist einzigartig; die Ehe ist ihrer Natur nach eine Komplementarität zwischen Mann und Frau." Demnach habe der Papst gleichzeitig betont, wie wichtig die Seelsorge für LGBT-Katholiken sei. Man solle das Leid verstehen, das viele von ihnen ertragen müssten – einschließlich der Tatsache, dass sie von ihren Familien gemieden würden. Außerdem sprach der Papst "über die Gefahr der Gender-Ideologie und darüber, wie sie Unterschiede verleugne", so Cordileone.

Am Ad-Limina-Treffen im Vatikan nahmen 33 Bischöfe, Weihbischöfe und emeritierte Bischöfe aus Kalifornien, Nevada und Hawaii teil und sprachen Medienberichten zufolge mit dem Papst über unterschiedliche Themen wie Jugendpastoral, Marienverehrung, die Missbrauchskrise durch Kleriker, Ehe und Familienleben sowie Migration.

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Besonders besorgt sei Franziskus über die extreme Rhetorik in den USA während des Wahljahres gewesen, so Cordileone. Ein Bischof habe darüber gesprochen, dass die Gesellschaft "immer mehr gespalten wird" und Menschen sich gegenseitig angreifen würden. Franziskus habe darauf geantwortet, dass in der Kirche manchmal etwas Ähnliches passiere, wenn verschiedene Fraktionen versuchten, etwas zu finden, um Menschen persönlich anzugreifen.

Alle römisch-katholischen Bischöfe sind kirchenrechtlich dazu verpflichtet, alle fünf Jahre nach Rom, also "ad limina Apostolorum" ("an die Schwellen der Apostelgräber"), zu kommen. Dabei geben sie dem Papst und den Vatikan-Dikasterien einen Bericht über den Zustand der jeweiligen Diözese ab. Der Abstand dieser sogenannten Ad-Limina-Besuche kann sich durch unterschiedliche Faktoren aber auch verkürzen oder verlängern. Der letzte Ad-Limina-Besuch der deutschen Bischöfe fand im November 2015 statt. 2017 hatte Vatikansprecher Greg Burke verkündet, dass das vatikanische Presseamt in Zukunft auf die Veröffentlichung inhaltlicher Informationen über die Treffen verzichten wolle, da der Papst einen "umgangssprachlicheren Ton" bevorzuge und teils auch kritisch auf die Lage der katholischen Kirche in den Ländern eingehe. (cbr)