Erzbischof Becker begrüßt Gesprächskultur auf Synodalem Weg
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Kardinal Marx informierte Papst über Synodalversammlung

Erzbischof Becker begrüßt Gesprächskultur auf Synodalem Weg

Hans-Josef Becker blickt positiv auf die erste Synodalversammlung zurück. Der Paderborner Erzbischof schätzt den Respekt unter den Teilnehmern. Währenddessen sprach Kardinal Reinhard Marx mit Papst Franziskus über den Auftakt.

Paderborn - 03.02.2020

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat sich nach Abschluss der ersten Synodalversammlung zu Reformen in der katholischen Kirche positiv über das Format geäußert. Die Teilnehmer hätten aufeinander gehört und seien mit viel Respekt vor der Meinung des anderen mit dem Gehörten umgegangen, erklärte Becker am Montag. Es hätten sich auch gegenüberstehende Vorstellungen gezeigt. "Ich erachte es für wichtig und wertvoll, dass gerade zu Beginn dieses herausfordernden Weges diese Unterschiede ins Wort gefasst wurden", sagte der Erzbischof.

Von Donnerstag bis Samstag hatten 230 Kleriker und Laien auf der ersten Synodalversammlung in Frankfurt/Main getagt. Sie ist das höchste Gremium des deutschen Reformdialogs Synodaler Weg. Inhaltlich stehen vier Themen im Zentrum: Macht, priesterliches Leben, Sexualmoral und Rolle der Frau.

Am Wochenende hatte sich der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki unter anderem darüber beklagt, dass Skeptiker des Reformdialogs es vergleichsweise schwer gehabt hätten, zu Wort zu kommen. Auch sei die hierarchische Verfasstheit der Kirche infrage gestellt worden.

Geschäftsordnung statt Satzung besprochen

Eine kleine Gruppe habe bemängelt, dass lediglich die Geschäftsordnung und nicht die Satzung des Synodalen Weges besprochen worden sei, berichtete der Paderborner Weihbischof Dominicus Meier, der wie Erzbischof Becker an der Versammlung teilgenommen hatte. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hätten aber zuvor die Satzung unabhängig voneinander verabschiedet. Die Kritiker sprachen von "Machtmissbrauch und fehlender Transparenz", wie Meier sagte. Für ihn stelle sich hier die Frage nach der Haltung: "Kann nur das Bestand vor mir haben, an dem ich selbst beteiligt war beziehungsweise wozu ich etwas sagen konnte? Oder kann ich auch anderes gelten lassen, was durch zwei Gremien entschieden wurde?"

Unterdessen informierte Kardinal Reinhard Marx den Papst über die erste Synodalversammlung. "Er wird das auch weiterhin kontinuierlich tun", bestätigte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Marx, Münchner Erzbischof und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, traf am Mittag mit Franziskus zusammen. In Rom hält er sich derzeit als Koordinator des vatikanischen Wirtschaftsrates auf. Der Vatikan selbst machte zu den Gesprächsthemen der Begegnung keine Angaben. (mpl/KNA)