Marian Eleganti im Porträt
Nach umstrittenen Aussagen zu Corona-Pandemie

Weihbischof Eleganti ermahnt: Äußerungen nur nach Absprache erlaubt

Seuchen als eine Art Strafe Gottes? Mit seinen Aussagen zur Corona-Pandemie hat der Churer Weihbischof Marian Eleganti für viel Empörung und Kritik gesorgt. Nun hat das Bistum Konsequenzen beschlossen.

Chur - 18.03.2020

Nach den umstrittenen Aussagen des Churer Weihbischofs Marian Eleganti zur Corona-Pandemie hat das Bistum Konsequenzen gezogen. Wie es in einem am Mittwoch veröffentlichen Schreiben des Apostolischen Administrators der Schweizer Diözese, Peter Bürcher, heißt, dürfe sich Eleganti künftig nur noch im Einvernehmen mit ihm und dem Medienbeauftragten des Bistums medial äußern. Die Stellungnahmen des Weihbischofs seien nicht abgesprochen gewesen und hätten "bei den Gläubigen und in der Öffentlichkeit Verwirrung über die diesbezügliche Haltung des Bistums Chur" gestiftet. Eleganti hat laut dem Schreiben die Entscheidung akzeptiert.

Im Hinblick auf die Haltung des Bistums Chur zur Corona-Pandemie und die damit zusammenhängenden pastoralen Vorgehensweisen verwies der Apostolische Administrator auf die Mitteilungen des Bischöflichen Ordinariats sowie die spezifischen Anweisungen, die für die Migrantenseelsorge gelten. "Sie allein sind die verbindliche Grundlage für unsere pastorale Arbeit in diesen schwierigen Zeiten", so Bürcher.

Scharfe Kritik an Wortmeldungen zu Corona-Krise

Eleganti hatte sich zuletzt mehrfach zur Corona-Krise zu Wort gemeldet. In einem Video-Beitrag des österreichischen Portals "kath.net" stellte er einen Zusammenhang zwischen der Frömmigkeit eines Volkes und seiner Bedrohung durch Krieg, Seuchen und andere Katastrophen her. Gebet, Buße und Umkehr sowie Gottesvertrauen wirkten sich auf die Befindlichkeit von Nationen und einzelnen Menschen aus, so der Weihbischof. Zudem äußerte er sich ablehnend gegenüber den Maßnahmen der Schweizer Bischofskonferenz zur Eindämmung des Coronavirus. Diese hatte angeordnet, die Weihwasserbecken in den Kirchen zu leeren und auf die Mundkommunion zu verzichten. Kirchenvertreter aus der Schweiz kritisierten Eleganti daraufhin scharf. Indirekte Kritik kam auch vom Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. Er betonte, das Coronavirus als Strafe Gottes zu bezeichnen, sei "zynisch und mit Jesu Botschaft unvereinbar".

In der Vergangenheit ist Eleganti bereits mehrfach mit provokanten Aussagen in Erscheinung getreten. So hatte er beispielsweise erklärt, dass es sich beim sexuellen Missbrauch in der Kirche "erwiesenermaßen vorwiegend um homosexuelle Täter" handele. Eleganti zählte auch zu den Gewährsleuten einer Gruppe konservativer Katholiken, die Papst Franziskus im Anschluss an die Amazonas-Synode zu öffentlicher Buße wegen angeblichen Götzendienstes aufriefen. (mal)