Die Heilige Kommunion
Zusammenhang mit "Gebt uns unsere Heilige Messe zurück"-Videos möglich

Kardinal kritisiert "orchestrierte Kampagnen" für öffentliche Messen

"Gebt uns unsere Heilige Messe zurück!" Videos mit dieser Botschaft an die Bischöfe sind vor einigen Tagen in mehreren Ländern aufgetaucht. Ein Kardinal hat nun dazu aufgerufen, diesen "orchestrierten Kampagnen" nicht zu folgen.

Valencia - 30.04.2020

Der spanische Kardinal Antonio Cañizares hat "orchestrierte Kampagnen" kritisiert, die eine rasche Wiederzulassung von öffentlichen Messfeiern fordern. In den sozialen Netzwerken würden auf diese Weise "anschuldigende und fordernde Botschaften" an die Bischöfe gerichtet, die "anstatt Wege zu öffnen, sie verschließen", heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Hirtenbrief des Erzbischofs von Valencia. "Besonnenheit ist sehr notwendig in diesen Zeiten", so Cañizares. Er rief die Gläubigen seiner Erzdiözese auf, nicht auf solche Forderungen zu hören. 

Spanische Medien brachten die Mahnungen von Cañizares mit einer internationalen Kampagne junger Katholiken in Zusammenhang, die in Videobotschaften die rasche Rückkehr zu öffentlichen Gottesdiensten forderten. In Spanien war vor Kurzem ein Video mit dem Aufruf "Gebt uns unsere Heilige Messe zurück" aufgetaucht, das sich an die Bischöfe richtet. Im deutschen Sprachraum sind derartige Video-Aufrufe seit etwa zwei Wochen in Umlauf.

Antonio Kardinal Canizares Llovera, Ehemaliger Erzbischof von Toledo und ein Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche.

Kardinal Antonio Cañizares Llovera ist seit 2014 Erzbischof von Valencia. Zuvor war der Spanier Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung im Vatikan.

Die Bischöfe hätten durch die Einstellung der öffentlichen Gottesdienste schlicht "das Gesetz Gottes erfüllt" und das menschliche Leben geschützt, so Cañizares weiter. Er stellte den Kampf gegen das Coronavirus in eine Reihe mit dem kirchlichen Einsatz gegen Abtreibung, Sterbehilfe, Suizid, Krieg und Drogenabhängigkeit. "Nicht angesteckt werden und niemanden anstecken: das ist eine unabänderliche Pflicht, die Gott von uns verlangt, es ist sein Wille." Zudem müsse die Kirche Covid-19-Ansteckungen vermeiden, die in Zusammenhang mit dem Besuch eines Gottesdienstes gebracht werden könnten. Denn im Fall einer Infizierung würden Propagandisten gegen die Kirche auftreten, ähnlich wie der römische Kaiser "Nero, der die Christen für die Brände beschuldigte, die er selbst gelegt hat".  

Cañizares machte deutlich, dass er den Wunsch nach einer Wiederzulassung von Heiligen Messen versteht. Es schmerze ihn, die Eucharistie, das "Brot des Lebens", derzeit nicht allen Gläubigen spenden zu können, die danach verlangten. Einige würden das nicht verstehen, was ihn jedoch "noch mehr leiden" lasse. Der Hirtenbrief von Cañizares erschien einen Tag, nachdem die spanische Regierung öffentliche Messe in geringem Umfang und unter strengen Vorschriften für die Zeit nach dem 11. Mai erlaubt hatte. (rom)