Käufer ist ein arabischer Geschäftsmann

Schuldenabbau: Lateinisches Patriarchat in Jerusalem verkauft Land

Aktualisiert am 13.06.2020  –  Lesedauer: 

Jerusalem ‐ Weil es hoch verschuldet ist, will das Lateinische Patriarchat in Jerusalem Grundeigentum veräußern – wie jetzt in Nazareth. Entgegen medial gestreuter Gerüchte sei der Verkauf an einen arabischen Geschäftsmann jedoch sauber abgelaufen.

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Zur Reduzierung seiner Schulden hat das Lateinische Patriarchat in Jerusalem beschlossen, Ländereien in Nazareth zu verkaufen. "Vom Verkauf ausgenommen sind 100 Dunum (10 Hektar) erstklassiges Land, das zum künftigen Nutzen der christlichen Gemeinde von Nazareth bestimmt ist", heißt es in einer Stellungnahme von Freitag. In Medien und Sozialnetzwerken kursierende Gerüchte über den Verkauf wies das Patriarchat zurück.

Das arabische Fernsehen hatte am Mittwoch von angeblichen Plänen des Patriarchats berichtet, 300 Dunum Land im Zentrum von Nazareth zu einem Drittel des Marktwerts an zweifelhafte Käufer zu verkaufen.

Vatikan hatte zugestimmt

Das Patriarchat bestätigte den geplanten Verkauf von Land in Nazareth. Er erfolge jedoch zum Marktwert und nach Zustimmung aller relevanten Stellen einschließlich des Vatikan. Bei dem Käufer handelt es sich demnach um einen arabischen Geschäftsmann. Umfassende Informationen zu dem Verkauf sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Ferner wird laut Patriarchat zur Schuldentilgung der Verkauf von Grundeigentum in Jordanien geprüft, obwohl die gegenwärtige wirtschaftliche Lage sehr niedrige Verkaufspreise zur Folge habe.

Die Schulden des Patriarchats gegenüber verschiedenen Banken belaufen sich nach eigenen Angaben auf umgerechnet rund 88 Millionen Euro, die "wegen früherer Misswirtschaft, verbunden mit der American University of Madaba" in Jordanien entstanden seien. Die Ernennung von Erzbischof Pierbattista Pizzaballa zum apostolischen Administrator habe die Lösung dieser Probleme zum Ziel gehabt. Trotz einer Reorganisierung der Verwaltung der Diözese einschließlich interner Kontrollen und Einschränkungen sei der Verkauf von Grundeigentum jedoch unumgänglich. (KNA)