Asteroiden im Gürtel zwischen Mars und Jupiter
"119248 Corbally" umrundet die Sonne

Asteroid nach Jesuiten-Astronom benannt

Große Ehre für den Vatikan-Astronomen Pater Chris Corbally: Die Internationale Astronomische Union hat einen Asteroiden nach ihm benannt. Corbally ist nicht der erste Jesuit, den man am Himmel zwischen Mars und Jupiter findet.

Vatikanstadt/Cambridge - 23.06.2020

Die Internationale Astronomische Union (IAU) hat einen Asteroiden nach dem britischen Jesuiten Chris Corbally benannt. In der Juni-Ausgabe des Mitteilungsblattes des "Minor Planet Center" der IAU wurde bekanntgegeben, dass der 2001 entdeckte Asteroid 119248 künftig den Namen des Astronomen der Vatikanischen Sternwarte tragen wird.

Gegenüber dem "Catholic News Service" zeigte sich Pater Corbally überrascht. "Ich bin eigentlich nicht der Asteroiden-Typ", anders als andere seiner Brüder an der Sternwarte. "Ich bin eher so der Sternen-Mann", erläutert der 74-jährige Astronom sein Forschungsgebiet. Daher habe er auch nicht damit gerechnet, dass ihm diese Ehre zuteil wird. "Das war für mich eine völlige Überraschung. Deshalb ist es auch besonders schön", so Corbally.

In der Kurzbiographie der IAU, die der Nachricht über die Benennung des Asteroiden in der Zeitschrift "Minor Planets Circular" beigefügt wird, heißt es über ihn: "Er setzt seine lange Karriere in der Astronomie fort mit Beiträgen in den Bereichen Mehrfachsternsysteme, Sternspektralklassifikation, galaktische Struktur, Sternentstehung und Teleskoptechnik." Derzeit befasst er sich auch interdisziplinär mit dem menschlichen Bewusstsein im Kontext der Evolution. Corbally arbeitet seit 1983 an der Vatikanischen Sternwarte.

Elf Jesuiten zwischen Mars und Jupiter

Der Astronom ist bereits der elfte Jesuit, nach dem ein Asteroid benannt wird. Neben dem Ordensgründer Ignatius von Loyola dienen auch die aktiven Forscher Bruder Guy Consolmagno, der Leiter der Sternwarte, sowie die Patres Richard Boyle, Jean Baptiste Kikwaya und Robert Macke als Namenspatrone von Asteroiden. Weitere der Kleinplaneten sind nach dem im Februar verstorbenen ehemaligen Direktor der Sternwarte, George Coyne, sowienach den in vergangenen Jahrhunderten wirkenden Jesuiten Christophorus Clavius, Rugjer Josip Bošković, Maximilian Hell und Angelo Secchi benannt, die zu ihren Zeiten maßgebliche Beiträge zu Mathematik und Astronomie geleistet hatten.

Der Asteroid 119248 Corbally gehört zum Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und umrundet die Sonne in etwa vier Jahren. Er hat einen Durchmesser von etwa anderthalb Kilometern. Über die Benennung von Asteroiden entscheidet ein Gremium der IAU. Vorschlagsrecht hat unter anderem der Entdecker des Asteroiden. Wer Corbally als Namenspaten vorgeschlagen hat, ist nicht bekannt. (fxn)