Unterstützung für Generalvikar bei Leitung des Ordinariats

Erzbistum Bamberg bekommt erstmals Ordinariatsdirektorin

Aktualisiert am 01.07.2020  –  Lesedauer: 

Bamberg ‐ Eine Frau an der Spitze des Generalvikariats gibt es nun auch im Erzbistum Bamberg: Die neue Ordinariatsdirektorin wurde jetzt bekanntgegeben. Sie wird Generalvikar Georg Kestel in seinen Aufgaben entlasten.

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Das Erzbistum Bamberg bekommt erstmals eine Ordinariatsdirektorin. Jutta Schmitt (56), bisher Personalchefin, wird ab 1. September Generalvikar Georg Kestel bei der Leitung des Ordinariats entlasten, wie das Erzbistum am Mittwoch mitteilte. Die Juristin arbeitet seit 1999 im Ordinariat.

Schmitt übernimmt demnach die personal- und verwaltungsrechtlichen Aufgaben und zeichnet für die Digitalisierung der Verwaltung verantwortlich. Ihr zugeordnet seien unter anderem die Hauptabteilungen Finanzen und Vermögen, Bau und Liegenschaften, Personal, Weltliches Recht, die IT, die Zentralen Dienste und Archiv. Auch die Personalabteilung werde Schmitt weiter kommissarisch leiten.

Generalvikar behält kirchenrechtlich geregelte Aufgaben

Kestel bleibt laut Mitteilung Moderator der Kurie. Er koordiniere alle Verwaltungsgeschäfte des Ordinariats und behalte damit alle Aufgaben, die ihm kirchenrechtlich zukämen. So verantworte der Generalvikar auch die pastorale Ausrichtung der Verwaltung und repräsentiere das Erzbistum in Abstimmung mit dem Erzbischof nach außen. Als Hauptabteilung zugeordnet seien ihm Seelsorge, Pastorales Personal, der Bildungsbereich, Kunst und Kultur sowie mehrere Stabsstellen, darunter Kirchliches Recht, Öffentlichkeits- und Projektarbeit sowie Weltkirche und Ökumene.

Schmitt erklärte, sie freue sich auf die neue Aufgabe als Ordinariatsdirektorin "in einer Zeit, in der die Kirche sich großen Herausforderungen in der Gesellschaft stellen muss". Dabei verwies sie auf die digitale Entwicklung, die gestiegenen Anforderungen bei Finanztransparenz, Datenschutz und Arbeitsschutz sowie die wachsenden gesetzlichen Verpflichtungen für die Kirche als Arbeitgeber von mehr als 7.500 Mitarbeitern im Erzbistum Bamberg. Erzbischof Ludwig Schick würdigte Schmitt als Kennerin der kirchlichen Strukturen.

Auch in anderen deutschen Diözesen gibt es inzwischen ähnliche Leitungsmodelle. Im Erzbistum München und Freising liegt die Leitung des Generalvikariats bereits bei zwei Personen. Dort leitet seit 1. Januar die Juristin Stephanie Herrmann als "Amtschefin" das Erzbischöfliche Ordinariat und ist vor allem für die operative Verwaltungstätigkeit zuständig. Generalvikar Christoph Klingan kümmert sich hingegen in erster Linie um die strategischen, inhaltlichen und theologischen Belange. Im Erzbistum Hamburg gibt es seit 1. April mit dem Juristen Alexander Becker einen Verwaltungsdirektor. Er übernimmt die Leitung sämtlicher Dienstleistungsbereiche im Erzbischöflichen Generalvikariat, darunter die Personalverwaltung, die Buchhaltung sowie die Verwaltung von Immobilien und Pfarreien. Das Amt des Generalvikars konzentriert sich auf die Verwaltungsbereiche, die wesentlich zur Umsetzung des kirchlichen Sendungsauftrags gehören, darunter die inhaltliche Gestaltung der pastoralen Dienste. (tmg/KNA)