Erzbischof Luigi Ventura ist seit 2009 der Apostolische Nuntius in Frankreich.
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Luigi Ventura arbeitete zehn Jahre in Paris

Früherer Nuntius muss wegen sexueller Übergriffe vor Gericht

Einem früheren Vatikanbotschafter wird sexuelle Belästigung vorgeworfen, nun muss er sich im Winter vor einem Gericht deswegen verantworten. Ins Rollen gebracht hatte den Fall ein Neujahrsempfang in Paris.

Rom/Paris - 24.07.2020

Der frühere Nuntius Luigi Ventura muss sich am 10. November vor einem Pariser Strafgericht wegen sexueller Übergriffe verantworten. Das bestätigte eine Quelle der Pariser Staatsanwaltschaft der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag. Zuvor hatte dies der französische Sender Europe 1 unter Berufung auf einen Kläger berichtet. Die Vatikanbotschaft in Frankreich wollte die Angaben nicht bestätigen. Laut dem Sender gibt es insgesamt vier Kläger.

Dem 75-jährigen Ex-Diplomaten wird unter anderem sexuell übergriffiges Verhalten gegenüber einem erwachsenen Mann auf einem Neujahrsempfang in Paris im Januar 2019 vorgeworfen. Nachdem der Fall bekannt wurde, meldeten sich weitere Personen, die Ventura ähnliches Verhalten vorwerfen. Der ehemalige Nuntius bestreitet die Vorfälle.

Diplomatische Immunität wurde aufgehoben

Im Juli 2019 hatte der Vatikan Venturas diplomatische Immunität aufgehoben, die er als Botschafter des Vatikans genossen hatte. Der damalige Vatikansprecher Alessandro Gisotti bestätigte damals, dass der Schritt in Zusammenhang mit strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Nuntius stehe.

Ventura war seit 2009 Apostolischer Nunius in Frankreich, zuvor übte er ab 2001 das gleiche Amt in Kanada aus. Daneben war er auch in Chile und mehreren afrikanischen Ländern tätig. Seit vergangenem September wohnt er laut Medienberichten in Rom. (cph/KNA)