Kölner Offizial: Viele Ehepaare "geben zu früh zu schnell auf"
Günter Assenmacher sieht viele Ehen an fehlendem Willen scheitern

Kölner Offizial: Viele Ehepaare "geben zu früh zu schnell auf"

Nicht wenige Ehen scheitern, auch zwischen gläubigen Katholiken. Günter Assenmacher ist als Offizial für die Ehenichtigkeitsprozesse im Erzbistum Köln zuständig. Für das Gelingen einer Ehe hat er mehrere Tipps.

Köln - 01.08.2020

Viele Ehen scheitern nach Worten des Leiters des Kölner Erzbischöflichen Gerichts Günter Assenmacher an fehlendem Willen. Die Ehe müsse etwas aushalten und stehe unter "Anfechtungen", sagte der Offizial des Erzbistums am Samstag dem kirchlichen Internetportal domradio.de. "Mein Eindruck ist: Viele Menschen geben zu früh zu schnell auf. Sie kämpfen nicht wirklich um die Rettung, den Erhalt ihrer Beziehung, weil sie gar nicht gelernt haben, etwas unbedingt zu wollen." Hinzu komme, dass sie von ihrer Umgebung dazu häufig auch nicht ermuntert und wirklich unterstützt würden.

Assenmacher rät zudem dazu, dass Brautleute unbedingt miteinander über die Ehe ihrer Eltern sprechen sollten. "Denn das, was jeder in der eigenen Familie erlebt hat, so oder so, prägt den Menschen viel mehr, als er sich eingestehen möchte und für den anderen in Rechnung stellt." Ganz wichtig sei darüber hinaus die Fähigkeit, einander verzeihen zu können und dem Partner etwas nicht nachzutragen.

Die katholische Kirche kennt keine Ehescheidung. Es ist jedoch möglich, in einem kirchenrechtlichen Prozess die Nichtigkeit einer Ehe feststellen zu lassen. Das Offizialat ist die zuständige diözesane Einrichtung für diesen Vorgang. (rom/KNA)