Kardinal Marian Jaworski
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Erzbischof war enger Freund von Johannes Paul II.

Ehemaliger "in pectore"-Kardinal Marian Jaworski gestorben

Mehrere Jahre war er Kardinal "in pectore": Nun ist der Purpurträger Marian Jaworski im Alter von 94 Jahren gestorben. Der Erzbischof war einer der engsten Freunde Johannes Pauls II. und spendete ihm kurz vor seinem Tod die Krankensalbung.

Krakau - 06.09.2020

Der polnisch-ukrainische Kardinal Marian Jaworski ist tot. Er starb am Samstag im Alter von 94 Jahren in einem Krakauer Krankenhaus, wie polnische Medien (Sonntag) meldeten. Jaworski war von 1991 bis 2008 Erzbischof im westukrainischen Lviv (Lemberg). Er gehörte zu den engsten Freunden von Papst Johannes Paul II. (1978-2005); Jaworski war auch zum Zeitpunkt seines Todes bei ihm und spendete ihm das Sakrament der Krankensalbung.

Jaworski studierte in Lemberg, Krakau und Lublin Theologie und Philosophie und wurde 1950 in Polen zum Priester geweiht. Nach Jahren als Gemeindeseelsorger und einer Promotion arbeitete er für die Polnische Bischofskonferenz, ab 1976 dann als Dekan und ab 1981 als erster Rektor an der Päpstlichen Theologischen Akademie in Krakau.

Der polnische Papst Johannes Paul II. machte ihn 1984 zum Bischof und übertrug ihm zunächst die Leitung des polnischen Teils der Erzdiözese Lwow/Lviv (Lemberg) mit Sitz in Lubaczow. 1991 wurde er erster lateinischer Erzbischof von Lviv seit dem Zweiten Weltkrieg. 1998 ernannte ihn Johannes Paul II. im Geheimen zum Kardinal, was in der kirchlichen Tradition "in pectore" genannt wird. Die Ernennung wurde 2001 öffentlich und Jaworski ins Kardinalskollegium aufgenommen. Nach seiner Emeritierung mit 82 Jahren kehrte Jaworski nach Polen zurück und ließ sich in Krakau nieder. 2017 wurde er zum Ritter des Ordens des Weißen Adlers ernannt, die höchste Ehrung der Republik Polen.

Nach Jaworskis Tod zählt das Kardinalskollegium noch 219 Mitglieder. Davon sind derzeit noch 122 unter 80 Jahre alt und damit in einer möglichen Papstwahl stimmberechtigt.

Der Krakauer Erzbischof Marek Jedraszewski würdigte den verstorbenen Kardinal als Menschen "mit großer Kultur und Frömmigkeit". Johannes Paul II. habe Jaworski sehr geschätzt. "Er war sogar eine Zeit lang sein Beichtvater", schrieb Jedraszewski am Sonntag in einem Nachruf.

Im Juni 2020 hatte Jaworski noch in der Krakauer Wawel-Kathedrale sein 70-jähriges Priesterjubiläum gefeiert. Damals sagte er zu Journalisten: "Das Wichtigste war für mich immer, Christus nachzuahmen als einer, der kommt, um den Menschen als Priester zu dienen." (rom/KNA)

06.09.2020, 14 Uhr: ergänzt um die letzten beiden Absätze. /rom