Trotz Corona: Traditionelle Kölner Dreikönigswallfahrt findet statt
Jedoch mit Änderungen und Einschränkungen

Trotz Corona: Traditionelle Kölner Dreikönigswallfahrt findet statt

Die lange erloschene Wallfahrtstradition zu den Reliquien der Heiligen Drei Könige wurde 2006 nach dem Kölner Weltjugendtag wieder aufgenommen. Corona drohte die Wallfahrt in diesem Jahr zu verhindern. Nun findet sie doch statt, aber nicht wie sonst.

Köln - 14.09.2020

"Pilgern mit Abstand" - unter dieser Maßgabe lädt das Erzbistum Köln zur diesjährigen Dreikönigswallfahrt ein. Sie findet unter den aktuellen Corona-Bestimmungen vom 24. bis 27. September statt, wie das Domkapitel am Montag mitteilte. Zu den meisten Gottesdiensten sei wegen der Besucherobergrenze eine Anmeldung erforderlich. Auch verlaufe der Pilgerweg diesmal nicht unter dem Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom, sondern daran vorbei - unter Einhaltung der Distanzregeln.

Domdechant Robert Kleine zeigte sich froh und dankbar, "überhaupt wieder zur Dreikönigswallfahrt einladen zu können". Noch vor einigen Monaten hätten im Dom keine Gottesdienste stattfinden können. Die vier Tage stehen unter dem Leitwort "Wir haben seinen Stern gesehen". Am Sonntag, 27. September, feiert der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki einen Gottesdienst.

Lange erloschene Tradition

Die lange erloschene mittelalterliche Wallfahrtstradition zum Kölner Dom und den Reliquien der Heiligen Drei Könige wurde 2006, ein Jahr nach dem Weltjugendtag in Köln, wieder aufgenommen. Zentrales Element ist der Pilgerweg durch die Kathedrale, der sonst unter dem Dreikönigenschrein entlangführt. Entsprechend dem eigentlichen Pilgerziel wurde die Domwallfahrt im vergangenen Jahr in Dreikönigswallfahrt umbenannt.

Der zwischen 1185 und 1220 gefertigte Schrein in Form einer Basilika birgt der Überlieferung nach die Gebeine der Heiligen Drei Könige. Die im Matthäusevangelium "Magier aus dem Osten" genannten Männer hatten als erste den neugeborenen Jesus als Sohn Gottes angebetet. Ihre sterblichen Überreste wurden am 23. Juli 1164 vom Kölner Erzbischof Rainald von Dassel als Kriegsbeute aus dem eroberten Mailand an den Rhein gebracht. Letztlich entstand ihnen zu Ehren der gotische Dom. Die Echtheit der im Schrein enthaltenen Reliquien wird indes von Wissenschaftlern bezweifelt. (tmg/KNA)