Keine Gottesdienste: Österreichs Kirche zieht beim Lockdown mit
Zustände ähnlich wie im Frühjahr

Keine Gottesdienste: Österreichs Kirche zieht beim Lockdown mit

In Österreich werden öffentliche Gottesdienste ausgesetzt. Damit zieht die katholische Kirche beim von der Regierung angesetzten Lockdown wegen hoher Corona-Infektionszahlen mit. Die Kirchen bleiben aber offen.

Wien - 15.11.2020

Die katholische Kirche in Österreich zieht beim angekündigten Corona-Lockdown mit und setzt öffentliche Gottesdienste vorerst aus. Das sagte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz und Salzburger Erzbischof Franz Lackner im Interview der Presseagentur Kathpress (Samstag). Details würden in Abstimmung mit den anderen Kirchen und Religionsgesellschaften und in einer Vereinbarung mit der Regierung festgelegt.

Zuvor hatte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) einen verschärften Lockdown bis 6. Dezember vor allem für Schulen und Handel angekündigt. Im Vorfeld gab es auch ein direktes Gespräch mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz. Kurz dankte Lackner sowie den anderen Kirchen und Religionsgesellschaften ausdrücklich für ihre Bereitschaft. Nur mit den neuen Einschränkungen des Lockdowns könne man "die Vorweihnachtszeit und das Weihnachtsfest retten", so Kurz.

Kirchen bleiben für Gebet offen

"Ähnlich wie beim Lockdown im Frühjahr werden die Kirchen für das persönliche Gebet offen bleiben", betonte Lackner. Gottesdienste könnten wie im Frühjahr "nur in verschlossenen Räumen und im kleinsten Kreis stellvertretend für die Gemeinde gefeiert werden". Auch die seelsorgliche Begleitung von Kranken und Sterbenden sei weiter möglich. "Christliche Nächstenliebe muss sich jetzt im rücksichtsvollen Schutz der Mitmenschen, in Eigenverantwortung sowie in aufmerksamer Nähe und Hilfe für Bedürftige bewähren", so der Erzbischof.

Die Bedeutung der Seelsorge unterstrich auch der Fuldaer Bischof Michael Gerber. "Aufsuchende Seelsorge muss möglich bleiben", sagte er am Sonntag insbesondere mit Blick auf Angebote in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Es sei unbestritten, dass durch Besuchsverbote oder stark eingeschränkte Besuchsmöglichkeiten die psychische und physische Befindlichkeit von Menschen in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern erheblich beeinträchtigt werde. "Ihre Abschirmung war und ist also genauso belastend wie die Infektionsgefahr selbst", so Gerber. (cph/KNA)

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