Bischof Feige: Vatikan-Papier stärkt ökumenischen Weg in Deutschland
Erste Reaktionen auf neues Ökumene-Dokument aus Rom

Bischof Feige: Vatikan-Papier stärkt ökumenischen Weg in Deutschland

Der deutsche Ökumene-Bischof Gerhard Feige spürt Rückenwind aus Rom: Das neue Vademecum des päpstlichen Einheitsrats zeige, wie wichtig ökumenisches Engagement sei. In Deutschland sei schon vieles erreicht, was der Vatikan sich wünscht.

Bonn/Vatikanstadt - 04.12.2020

Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Gerhard Feige, sieht sich durch die neue vatikanische Handreichung des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen die Ökumene gestärkt. In einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme betont er, dass das Dokument zeige, dass Ökumene für die katholische Kirche weltweit ein zentrales Thema sei. In Deutschland seien die Bischöfe seit vielen Jahren "ökumenisch gemeinsam mit unseren Schwestern und Brüdern in den anderen Kirchen und Gemeinschaften unterwegs", so Feige. Vieles im Ökumene-Vademecum Angesprochene sei in Deutschland bereits umgesetzt und selbstverständlich. Damit bestätige der Einheitsrat das ökumenische Engagement der DBK. "Es kann uns bestärken, auf diesem Weg mutig weiterzugehen".

Das gut 50-seitige Dokument richtet sich in erster Linie an die Bischöfe, die in besonderer Verantwortung für den Einheitsdienst stünden, und soll ihnen mit praktischen Hinweisen dabei helfen, dieser Verantwortung besser gerecht zu werden. Es trägt den Titel "Der Bischof und die Einheit der Christen. Ein ökumenisches Vademecum". "Die hohe Praxisorientierung ist für die Umsetzung hilfreich", lobt Feige. Zu Recht werde die Bedeutung von Kommunikation und Dialog für die Ökumene unterstrichen.

Ökumene für Bischöfe keine Kür, sondern Pflicht

Inhaltlich werden vor allem ältere Dokumente zusammengefasst und für die aktuellen Herausforderungen fruchtbar gemacht. Insbesondere das Ökumenismus-Dekret Unitatis redintegratio (1964) des Zweiten Vatikanums, das Ökumenische Direktoriums von 1993 und die Ökumene-Enzyklika "Ut unum sint" (1995) von Papst Johannes Paul II. Auf vor allem in deutschsprachigen Diözesen geführte Diskussionen über den Umgang mit dem Kommunionempfang nicht-katholischer Partner in konfessionsverbindenden Ehen, der eucharistischen Gemeinschaft und die Möglichkeiten einer ökumenischen Einheitsübersetzung wird nicht eigens eingegangen.

Laut dem Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, des Schweizer Kardinals Kurt Koch, solle mit der Veröffentlichung auch der 25. Jahrestag der Enzyklika "Ut unum sint" sowie der 60. Jahrestag der Gründung des Einheitsrates gefeiert werden. Gegenüber dem Internetportal Vaticannews sagte Koch, dass das ökumenische Engagement der Bischöfe "keine Kür, sondern Pflicht" sei. Die Einheit der Kirche sei auch ein besonderes Anliegen von Papst Franziskus, der, so Koch, oft betone, "dass die Einheit durch das Gehen erreicht wird: Wenn wir mit Christus zusammen gehen, wird er selbst unsere Einheit erfüllen". (fxn)