Kardinal Henri Schwery
Schismatische Bischofsweihen Lefebvres geschahen in seiner Diözese

Schweizer Kardinal Henri Schwery verstorben

Das Schisma Marcel Lefebvres wurde sozusagen vor seiner "Haustür" vollzogen. Nun ist der frühere Bischof der Schweizer Diözese Sitten, Kardinal Henri Schwery, verstorben. Das Bistum würdigte sein "apostolisches Engagement".

Sitten - 07.01.2021

Die Schweizer Kirche trauert um Kardinal Henri Schwery. Der emeritierte Bischof von Sitten starb am Donnerstag im Alter von 88 Jahren in einem Pflegeheim, wie die Diözese mitteilte.

Das Bistum Sitten würdigte den verstorbenen Altbischof als "Seelsorger, der all seine Kraft in die Leitung seiner Diözese einsetzte". Ihm seien mehrere Initiativen zu verdanken, die die Seelsorge bis heute nachhaltig prägten. Diese seien "Zeugen seiner pastoralen Visionen und seines apostolischen Engagements", so die Diözese.

Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen

Schwery wurde am 4. Juni 1932 in der Nähe von Sitten im Südwesten der Schweiz geboren. Er studierte in Sitten und Rom Theologie und wurde 1957 zum Priester geweiht. 1977 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Bischof von Sitten. In seine Amtszeit fiel das Schisma des Gründers der traditionalistischen Piusbruderschaft, Erzbischof Marcel Lefebvre. Dieser weihte 1988 ohne Erlaubnis des Vatikan in Ecône, das auf Sittener Bistumsgebiet liegt, vier Bischöfe. 1995 trat Schwery aus gesundheitlichen Gründen als Sittener Bischof zurück.

Von 1983 bis 1988 war Schwery zudem Vorsitzender der Schweizer Bischofskonferenz. Papst Johannes Paul II. nahm ihn 1991 in das Kardinalskollegium auf. Bis 2007, nach dem Erreichen der Altersgrenze von 75 Jahren, war er Mitglied der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse sowie des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel. (mal)