Sr. Anna Schenck CJ
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Schenck bezeichnet sich als "Sparringspartner" für Bischof Meier

Augsburger Amtschefin: Möchte Vorbild für andere Frauen in Kirche sein

Sie sei dafür zuständig, "dass der Laden läuft": So bezeichnet Schwester Anna Schenck ihre Aufgabe als Amtschefin des Augsburger Bischofshauses. Mit ihrer Rolle möchte sie anderen Frauen zum Vorbild dienen.

Augsburg - 08.02.2021

Die Leiterin des Augsburger Bischofshauses, Schwester Anna Schenck, möchte ein Vorbild für andere Frauen in der Kirche sein. Es sei wichtig zu zeigen, dass Frauen "in dieser Kirche Verantwortung übernehmen und eine 'machtvolle Position' ausüben" könnten, sagte die Ordensfrau am Sonntag in einem Interview bei "Radio Augsburg". "Will die Kirche in der heutigen Zeit glaubwürdig sein, muss sie Frauen entsprechend einbinden, weil sie sie sonst verliert." So sei auch ihre Position als Amtschefin des bischöflichen Hauses ein Beispiel dafür, dass Macht in der Kirche nicht immer "an die Weihe und damit an das männliche Geschlecht gekoppelt" sein müsse.

Die Fokussierung der Kirche "auf eine männerdominierte Welt über Jahrhunderte war nicht immer förderlich", so Schenck weiter. Es sei gut, dass hier in den vergangenen Jahren "ein Kulturwandel" eigetreten ist. Eine Organisation verändere sich zum Positiven, wenn beide Geschlechter an ihrer Leitung beteiligt seien. In der Vergangenheit habe es sie "nicht abgeschreckt", dass in der Kirche hauptsächlich Männer das Sagen haben. "Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass es darum geht, gute Arbeit zu leisten." Schenck glaubt daher auch, dass sie ihre aktuelle Stelle aufgrund ihrer Qualifikationen erhalten habe und nicht, weil sie eine Frau sei.

Schenck: Bin dafür zuständig, "dass der Laden läuft"

Im Bischofshaus des Augsburger Oberhirten Bertram Meier sei sie dafür zuständig, "dass der Laden läuft", sagte die Ordensfrau der Congregatio Jesu. Ihre wichtigste Aufgabe sei es, dem Bischof den Rücken frei zu halten. Doch sie unterstütze Meier im Hintergrund auch bei der inhaltlichen Arbeit, etwa dem "Setzen von Themen".  Sie sei "ein Sparringspartner" für den Bischof und könne auch eigene Akzente setzen. Ihre persönlichen Interessensgebiete würden beim interreligiösen Dialog, weltkirchlichen Themen und der Ökumene liegen, so Schenck. Schließlich stamme sie wie auch Meier aus einem "konfessionsverbindenden Elternhaus".

Schenck wurde 1976 in Augsburg geboren und studierte Religionswissenschaft in Bonn, Tübingen und Lancaster. Vor ihrem Ordenseintritt 2011 arbeitete sie als Unternehmensberaterin und organisierte den Weltjugendtag 2005 in Köln maßgeblich mit. Im Sommer vergangenen Jahres legte sie ihre Gelübde auf Lebenszeit ab und trat ihre Stelle als Leiterin des Augsburger Bischofshauses an. Die Congregatio Jesu ist ein Frauenorden, der 1609 von Mary Ward gegründet wurde. Die Spiritualität des Ordens basiert auf den Exerzitien des Ignatius von Loyola. (rom)