Nach Vorstellung des neuen Missbrauchsgutachtens am 18. März

Woelki will Leitungspersonen "wenn nötig" von Aufgaben entbinden

Aktualisiert am 07.03.2021  –  Lesedauer: 

Köln ‐ Nach der Vorstellung des neuen Missbrauchsgutachtens will Kölns Kardinal Rainer Maria Woelki Führungskräfte gegebenenfalls vorläufig von ihren Aufgaben entbinden. Am 18. März würden Verantwortlichkeiten "klar benannt", sagte der Erzbischof.

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Nach der Vorstellung eines Missbrauchsgutachtens will der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki Führungskräfte gegebenenfalls vorläufig von ihren Aufgaben entbinden. Am 18. März – dem Tag der Präsentation – würden Verantwortlichkeiten "klar benannt", sagte Woelki am Sonntag dem Kölner Bistumssender domradio.de. Dann stelle sich auch die Frage nach Konsequenzen. "Um diese wichtigen Entscheidungen schnell und entschlossen, aber auch mit der gebotenen Sorgfalt treffen zu können, werde ich im Gutachten genannte Personen – wenn es nötig ist – vorläufig von ihren Aufgaben entbinden", so der Erzbischof.

"Sofern es mich betrifft, habe ich bereits erklärt, dass ich mich den Ergebnissen der Untersuchung stellen werde", sagte Woelki zudem. "Dasselbe erwarte ich aber auch von anderen." Vertuschung oder Mauschelei dürfe es in der Erzdiözese nicht mehr geben. "Zu dieser Haltung stehe ich." Er bekomme viel Wut und Enttäuschung ab, sagte der Kardinal. Als Bischof und Christ sei er jedoch "zutiefst davon überzeugt, dass nur die Wahrheit uns befreien kann von den Schatten der Vergangenheit". Auch noch lebende Personen müssten Verantwortung übernehmen. "Verantwortung und Konsequenz – das gehört grundlegend zur Buße dazu."

Am Freitag hatte die Erzdiözese angekündigt, ein Gutachten des Strafrechtlers Björn Gercke wie geplant am 18. März vorzustellen. Die Expertise soll frühere Fälle sexuellen Missbrauchs durch Geistliche aufarbeiten. Dabei geht es auch darum, Verantwortliche zu benennen, die Täter geschützt und Verbrechen vertuscht haben. Eigenen Angaben zufolge erfährt auch der Erzbischof die Ergebnisse der Untersuchung erst am 18. März. Gercke war vergangenen Herbst mit der Untersuchung beauftragt worden, nachdem Woelki ein erstes Aufarbeitungsgutachten einer Münchner Kanzlei nicht veröffentlichen lassen wollte. Er halte es für fehlerhaft und nicht rechtssicher, hieß es zur Begründung. Kritiker werfen dem Kardinal mangelnden Aufklärungswillen vor. (KNA)

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