Die al-Aqsa-Moschee in Jerusalem.
Um muslimischen Gebetsruf während einer Gedenkfeier zu verhindern

Israel kappt Lautsprecher an Al-Aksa-Moschee

Am Gedenktag "Jom HaZikaron" sollte kein muslimischer Gebetsruf erklingen: Deshalb haben israelische Sicherheitskräfte die Lautsprecher auf dem Tempelberg gekappt. Die muslimische Seite spricht von einem Spiel mit dem Feuer eines Religionskrieges.

Jerusalem - 14.04.2021

Israelische Sicherheitskräfte haben am Dienstagabend Lautsprecher auf dem Tempelberg, arabisch Haram al-Scharif ("Edles Heiligtum"), gekappt. Damit sollte der muslimische Gebetsruf während einer Gedenkfeier zum israelischen "Jom HaZikaron", dem Gedenktag für Gefallene der Feldzüge Israels und Terroropfer, an der Klagemauer verhindert werden, berichteten örtliche Medien. Am Dienstagabend begann für die palästinensischen Muslime der islamische Fastenmonat Ramadan. Zuvor sei der Versuch einer Einigung mit der islamischen Wakf-Behörde gescheitert.

Spiel mit dem Feuer eines Religionskrieges

Der Berater des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas in religiösen Angelegenheiten, Mahmud al-Habbasch, bezeichnete laut Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur "Wafa" (Mittwoch) die wiederholten Übergriffe Israels auf die heilige Stätte als Spiel mit dem Feuer eines Religionskrieges. Habbasch forderte die UN und die internationale Gemeinschaft auf, Maßnahmen zum Schutz des Haram al-Scharif zu ergreifen. Die Stätte sei ein rein islamischer Ort, an dem Nicht-Muslime keinen Anteil hätten. Die palästinensischen Muslime rief er auf, im Ramadan die Al-Aksa-Moschee zu besuchen und den Ort durch ihre Präsenz zu schützen.

Israelischen Medienberichten zufolge kam es am Dienstagabend am Damaskustor zur Jerusalemer Altstadt zu Ausschreitungen zwischen der israelischen Polizei und Palästinensern. Palästinensische Jugendliche sollen Steine, Glasflaschen und andere Gegenstände auf die Beamten sowie auf Passanten geworfen haben. Fünf Palästinenser wurden festgenommen. Zwei Busfahrer, drei Fahrgäste und ein Polizist wurden verletzt.

Die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt wurde im 8. Jahrhundert errichtet. Im Islam gilt sie als drittwichtigste Moschee nach der al-Haram-Moschee mit dem zentralen Heiligtum der Kaaba in Mekka und der Prophetenmoschee mit dem Grab des islamischen Propheten Mohammed in Medina. (tmg/KNA)