Neue pastorale Initiative sei kein Event

Augsburger Bischof Meier ruft Ulrich-Doppeljubiläumsjahr aus

Aktualisiert am 04.07.2021  –  Lesedauer: 

Augsburg ‐ Von Juli 2023 bis 2024 begeht das Bistum Augsburg ein Festjahr zu Ehren seines Diözesanpatrons. Dieses Ulrich-Jubiläumsjahr hat Bischof Bertram Meier nun ausgerufen. Es gibt sogar einen doppelten Grund zum Feiern.

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Der Augsburger Bischof Bertram Meier hat ein Ulrich-Doppeljubiläumsjahr als neue pastorale Initiative ausgerufen. Das festliche Jahr wird beginnen mit dem Ulrichsfest 2023 und mit der Ulrichswoche 2024 abgeschlossen, wie der Bischof am Sonntag beim Pontifikalamt zur Eröffnung der diesjährigen Ulrichswoche sagte. Als Anlass nannte er die Bischofsweihe des heiligen Ulrich vor 1.100 Jahren sowie dessen Tod vor 1.050 Jahren.

Im ersten Jahr seiner Amtszeit habe er sich viel mit dem Bistumspatron beschäftigt, sagte Meier. "Ich habe über ihn gelesen, nachgedacht und mich gefragt, welche Spuren er gelegt hat, die wir im 21. Jahrhundert miteinander verfolgen sollten." Dabei sei er auf jenes Datum gestoßen, das uns heute als besonderer Orientierungspunkt dienen könne: "Am Fest der Unschuldigen Kinder, am 28. Dezember 923, hat Ulrich die Bischofsweihe empfangen. Am 4. Juli 973 ist Ulrich, nach fast einem halben Jahrhundert im bischöflichen Dienst, verstorben."

Zugleich warnte der Bischof davor, das Doppeljubiläum als Event zu interpretieren. Vielmehr solle es die Gläubigen geistlich bereichern und erneuern. "Vielleicht wird daraus eine neue und wichtige Etappe des Weges, den die Kirche von Augsburg geht, um das Evangelium den Menschen von heute anzubieten. Ich träume davon, dass wir nicht nur im Innern der Kirche bleiben, sondern uns hinauswagen in weitere Felder des gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Lebens."

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Gleichzeitig rief Meier die Gläubigen dazu auf, trotz der Krise in der Kirche nicht zu verstummen. "Wir dürfen über all dem Furchtbaren, von dem wir wissen, die frohe, befreiende Botschaft nicht verschweigen", so der Bischof von Augsburg. Es gehe darum, auf das Gute und Gelingende, Lebensfördernde und Befreiende im Glauben und bei denjenigen hinzuweisen, die ernst machten mit der Nachfolge Jesu.

Zugleich erinnerte der Bischof neben dem heiligen Ulrich auch an den heiligen Josef, dem das Leitwort der diesjährigen Ulrichswoche "Patris corde - Mit dem Herzen eines Vaters" gewidmet sei. Gerade in Zeiten der Pandemie, die nicht nur in Unternehmen und Betrieben, sondern auch in vielen Familien ihre zerstörerische Kraft gezeigt habe, könnte der Nährvater Jesu "für viele, ganz unterschiedliche Lebensentwürfe Ansporn und Beispiel sein". In diesem Zusammenhang warnte Meier aber davor, eine Kirche aus Frauen gegen eine Männerkirche zu stellen. Das bringe nicht weiter. Ziel müsse eine geschwisterliche Kirche sein.

Mit der Ulrichswoche erinnert das Bistum Augsburg seit 1955 an seinen Diözesanheiligen. Ulrich lebte von 890 bis 973. Zudem leitete er als Abt das Kloster Kempten und sorgte nach der Zerstörung Kemptens durch die Ungarn für den Wiederaufbau von Stadt und Kloster. Unabhängig vom Bild des Bischofs als entschlossener "Streiter in Not" zeige dessen Biografie auch eine fürsorgliche Seite, sagte Meier. So habe Ulrich die Ärmsten der Armen in seine unmittelbare Nähe eingeladen. Die Randständigen habe er in seine Mitte genommen, ihnen dadurch buchstäblich "An-Sehen""gegeben und ihre Würde gestärkt. (rom/KNA)