Indische Regierung hebt Verbot auf

Mutter-Teresa-Schwestern dürfen wieder Spenden erhalten

Aktualisiert am 08.01.2022  –  Lesedauer: 

Neu Delhi ‐ Es war eine böse Überraschung kurz nach Weihnachten: Die indische Regierung verbot den Missionarinnen der Nächstenliebe, Geld von ausländischen Spendern anzunehmen. Nun wurde diese Einschränkung wieder aufgehoben.

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Die indische Regierung hat ein Spendenverbot für die von Mutter Teresa gegründete Gemeinschaft "Missionarinnen der Nächstenliebe" aufgehoben. Damit darf der Frauenorden wieder Geld von Gebern aus dem Ausland annehmen, wie der asiatische Pressedienst Ucanews am Samstag berichtete. Sunita Kumar, Sprecherin des Ordens, äußerte sich erleichtert. Damit habe der Orden nicht gerechnet.

Die hindunationalistische Regierung in Neu Delhi hatte das Spendenverbot am 27. Dezember verhängt. Zur Begründung hieß es, dass die Ordensgemeinschaft die "Eignungskriterien" dafür nicht mehr erfülle. Der Frauenorden betreibt in ganz Indien Unterkünfte für Arme und Obdachlose. Der Zeitung "The Hindu" zufolge erhielt der Orden im Haushaltsjahr 2020/21 aus dem Ausland 750 Millionen US-Dollar (662 Millionen Euro).

Wurden die Schwestern ein Opfer von hindunationalistischer Politik?

Nach dem Verbot durch die Regierung waren Befürchtungen laut geworden, dass die Missionarinnen der Nächstenliebe einen Großteil ihrer Arbeit künftig nicht mehr finanzieren könnten. Beobachter werteten die Entscheidung damals als eine weitere Schikane der hindunationalistischen Politik gegen die Christen im Land.

Die aus dem heutigen Nordmazedonien stammende Mutter Teresa wurde durch ihre Arbeit mit Armen, Obdachlosen, Kranken und Sterbenden in Indien weltweit bekannt. 1979 erhielt sie dafür den Friedensnobelpreis. In der Kirche wird Mutter Teresa, die im September 1997 in Kalkutta starb, als Heilige verehrt. (rom/KNA)