Schulleiter erstattete Anzeige

Regenbogenfahne nach #OutInChurch-Tag an Schule angezündet

Aktualisiert am 12.02.2022  –  Lesedauer: 

Münster/Coesfeld ‐ Bei "#OutInChurch" hatten sich 125 kirchliche Mitarbeiter zu ihrer queeren Identität bekannt. Das Bischöfliche Pius-Gymnasium in Coesfeld knüpfte daran an und hängte eine Regenbogenfahne auf – von der am Tag darauf nur die Überreste zu finden waren.

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Unbekannte haben eine Regenbogenflagge des Bischöflichen Pius-Gymnasiums in Coesfeld verbrannt. Zuvor hatte die Schule einen Mitorganisator der Initiative "#OutInChurch" in mehrere Klassen eingeladen, wie das Münsteraner Online-Portal kirche-und-leben.de am Freitag berichtete. Bei der bundesweiten Aktion hatten sich 125 kirchliche Mitarbeitende als queer zu erkennen gegeben. Schulleiter Norbert Just habe wegen der verbrannten Flagge Anzeige erstattet.

Die Schule griff dem Bericht zufolge die Debatten rund um "#OutInChurch" im Unterricht auf, zeigte die ARD-Dokumentation "Wie Gott uns schuf" zur Initiative, lud den Mitorganisator Rainer Teuber aus dem Bistum Essen ein und hängte die Regenbogenfahne auf. Der Schulleiter habe zeigen wollen, dass an seinem Gymnasium alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte willkommen seien. Am darauffolgenden Tag hätten die Überreste der verbrannten Flagge am Boden gelegen. Die Schule hängte daraufhin eine neue Fahne auf.

Das englische Wort "queer" ist ein Sammelbegriff für sexuelle Minderheiten, unter ihnen stellen Menschen mit homosexueller Orientierung die größte Gruppe dar. Nach dem Coming-Out der 125 kirchlichen Mitarbeitenden haben sich viele Menschen und Einrichtungen mit der Initiative solidarisiert – auch innerhalb der Kirche. Nach geltender katholischer Lehre sollen homosexuelle Menschen zwar nicht diskriminiert werden; gleichgeschlechtliche Handlungen seien aber "in sich nicht in Ordnung" und das Ausleben der Sexualität nur der Ehe von Mann und Frau vorbehalten. Nach "#OutInChurch" hatten sich viele deutsche Bischöfe positiv zur Aktion geäußert und gemahnt, das kirchliche Arbeitsrecht in den Blick zu nehmen, was ebenfalls im Manifest der Initiative gefordert worden war. (mpl/KNA)