Würdigung anlässich der Wiedereinführung im Bistum Würzburg vor 50 Jahren

Bischof Jung: Ständiger Diakonat ist "Schatz der Kirche"

Aktualisiert am 27.03.2022  –  Lesedauer: 

Würzburg ‐ 50 Jahre Ständige Diakone im Bistum Würzburg – zu diesem Anlass würdigte Bischof Jung das wiederentdeckte Amt als "Schatz aus der langen Geschichte der Kirche". Die Diakone seien keine "Durchgangstufe", sondern erfüllten einen unersetzlichen Dienst.

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Der Würzburger Bischof Franz Jung hat den Ständigen Diakonat als einen wiederentdeckten "Schatz aus der langen Geschichte der Kirche" gewürdigt. Der Diakonat sei dabei keine "Durchgangsstufe" zu den "höheren Weihen", sondern eine Form der Christusrepräsentation eigenen Rechts und eigener Würde innerhalb des dreigliedrigen Amts der Kirche, sagte Jung am Samstag bei der Feier "50 Jahre Ständiger Diakonat im Bistum Würzburg". Zudem hob er die Bedeutung der Ehen und Familien für die Diakone hervor. "Wenn Diakone mit einem gewissen Recht 'Viri Probati' genannt werden dürfen, dann auch deshalb, weil sie sich bewährt haben in Beruf und Familie."

Als wertvolle Hilfe bezeichnete der Würzburger Bischof die Verbindung von geistlichem Dienst und Zivilberuf, den viele Diakone weiter ausüben. "Durch die doppelte Beheimatung in Kirche und Berufswelt werden einem nicht selten die Augen geöffnet für die Systemzwänge und ökonomischen Herausforderungen in den Behörden, Betrieben und Industrieunternehmen." Der Ausdruck "Diakon in und mit Zivilberuf" erinnere daran, dass die diakonische Dimension des eigenen Tuns nicht auf das Wochenende beschränkt bleibe.

Menschen zu ihrem eigenen Dienst befähigen

Der Diakon sei an den Rändern zu finden, um die Gläubigen zu ermutigen, über sich hinauszuwachsen und den leidenden Christus in den leidenden Schwestern und Brüdern zu erkennen. Mit Blick auf die Flüchtlinge aus der Ukraine sagte Jung, dass bei der Betreuung die Kooperation mit den Gemeinden und der Caritas so gut funktioniere. Der Diakon solle die Menschen dazu zu befähigen, gut ihren Dienst zu tun. Zum anderen habe er dafür Sorge zu tragen, dass die Kirche nicht zu einer wohltätigen Nicht-Regierungsorganisation (NRO) verkomme. "Kirche ist nicht einfach ein Wohlfahrtskonzern oder ein sozialer Dienstleister. Sie ist immer mehr und will mehr sein."

Seit Jahren wird in der Kirche diskutiert, ob sogenannte "Viri probati", verheiratete und theologisch ausgebildete Männer – etwa Ständige Diakone –, zur Priesterweihe zugelassen werden sollten. Insbesondere in schwach besiedelten Gebieten wie dem Amazonas-Gebiet verspricht man sich auf diesem Weg Abhilfe vom grassierenden Priestermangel. Papst Franziskus erteilte der Weihe von "Viri probati" im Anschluss an die Amazonas-Synode jedoch eine Absage. Auch die Prüfung der Möglichkeit, ob Frauen zum Ständigen Diakonat zugelassen werden könnten, blieb bisher ohne Ergebnis. (mfi/KNA)