Neue Kommission und neue Stiftung gegründet

Kurienreform und vatikanische Gästehäuser – Zwei neue Papst-Erlasse

Aktualisiert am 05.05.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Um die Kurienreform umzusetzen und die römische Verwaltung weiter zu verschlanken, hat Papst Franziskus am Donnerstag gleich zwei Erlasse veröffentlicht. Eine neue Kommission und eine neue Stiftung nehmen ihre Arbeit auf.

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Die Umsetzung der Kurienreform im Vatikan soll von einer eigenen Kommission begleitet und kontrolliert werden. Wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Papst-Erlass hervorgeht, besteht ihre Aufgabe darin, die derzeit geltende Allgemeine Ordnung der Römischen Kurie sowie die Statuten der einzelnen Behörden an die neue Kurienverfassung anzupassen. Am 5. Juni, also zu Pfingsten, soll die Kurienverfassung "Praedicate evangelium" in Kraft treten.

Der von Papst Franziskus eingesetzten Kommission gehören die Leiter mehrerer Institutionen an: der Chef der Behörde für Rechtstexte, Erzbischof Filippo Iannone, der Substitut im Staatssekretariat, Erzbischof Edgar Pena Parra, der Leiter der vatikanischen Vermögensverwaltung, Nunzio Galantino, der Sekretär des Kardinalsrates, Marco Mellino, der Leiter des Wirtschaftssekretariats, Juan Antonio Guerrero, sowie der Rektor der Lateranuniversität, Vincenzo Buonomo.

Die allgemeineren Vorschriften der am 19. März veröffentlichten Konstitution "Praedicate evangelium" (Verkündet das Evangelium) müssen in einer allgemeinen Kurienordnung konkretisiert werden. Zudem hat jede einzelne vatikanische Behörde ein eigenes Statut. Die mit Datum vom 12. April eingesetzte Kommission soll die Einrichtungen bei der Aktualisierung ihrer Statuten und Ordnungen beraten und entsprechende Vorschläge machen. Sie beendet ihre Arbeit, sobald alle behördlichen Statuten und die Allgemeine Kurienordnung aktualisiert und an die neue Kurienverfassung angepasst sind.

Vatikanische Gästehäuser in einer Stiftung zusammengefasst

ehrere vatikanische Stiftungen zum Betrieb kirchlicher Gästehäuser in Rom zusammengelegt. Im Zuge der Kurienreform soll damit die Verwaltung der römischen Kurie weiter vereinfacht und gestrafft werden. Demnach werden die von Johannes Paul II. (1978-2005) gegründeten Stiftungen Domus Sanctae Marthae, Domus Romana Sacerdotalis und Domus Internationalis Paulus VI sowie die 2008 von Benedikt XVI. gegründete Stiftung Casa San Benedetto in einer einzigen Stiftung zusammengeführt. Diese trägt den Namen Domus Vaticanae.

Die neue Stiftung wird als öffentliche kanonisch-juristische Person mit Sitz im Staat der Vatikanstadt errichtet. Sie hat den gleichen Stiftungszweck wie die bisherigen, die damit aufgehoben werden. Ihr gemeinsames Vermögen soll von der vatikanischen Vermögensverwaltung APSA verwaltet werden. Das Gästehaus Santa Marta, in dem Franziskus derzeit wohnt, bleibt im Fall eines Konklaves ausschließlich den wahlberechtigten Kardinälen vorbehalten.

Die bisherige Stiftung Casa San Benedetto soll pensionierten diplomatischen Mitarbeitern des Heiligen Stuhls eine angemessene Wohnung bieten. Das Domus Romana Sacerdotalis nahe der Engelsburg ist ebenfalls als Wohnhaus für Vatikan-Diplomaten im Ruhestand wie auch Priester gedacht, die an der Kurie arbeiten. Es steht aber auch Nichtklerikern und allgemeinen Gästen des Vatikan offen. Das gleiche gilt für das Gästehaus Domus Internationalis Paulus VI nahe der Piazza Navona. (tmg/KNA)