Nachfolger oder Nachfolgerin für zurückgetretenen Amtsinhaber Wolf gesucht

Leitung des Katholischen Büros Bayern erstmals ausgeschrieben

Aktualisiert am 28.05.2022  –  Lesedauer: 

München ‐ An der Vermittlungsstelle zwischen den Diözesen und dem Staat Bayern standen bisher nur Priester. Amtsinhaber Wolf wurde im Münchener Missbrauchsgutachten belastet und trat zurück – nun steht das Amt erstmals auch Frauen und Nichttheologen offen.

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Die bayerischen Bischöfe haben die Leitung des Katholischen Büros Bayern erstmals ausgeschrieben. Der am Wochenende unter anderem in der "Süddeutschen Zeitung" veröffentlichten Stellenanzeige ist zu entnehmen, dass das Büro künftig auch von einer Katholikin geleitet werden könnte, die nicht Theologie studiert hat. Die bisherigen Stelleninhaber waren alles promovierte Theologen und Priester. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 27. Juni.

Die Interessenten werden aufgefordert, ihre Unterlagen direkt an den Vorsitzenden der Freisinger Bischofskonferenz, den Münchner Kardinal Reinhard Marx, zu schicken. Gesucht wird eine Persönlichkeit, die mehrere Jahre in leitender Position möglichst im kirchlichen Bereich tätig war und ein wissenschaftliches Studium abgeschlossen hat. Dies kann auch in Rechts-, Politik- oder Sozialwissenschaften erfolgt sein.

Bisheriger Amtsinhaber Wolf im Zusammenhang mit Missbrauchsgutachten zurückgetreten

Der bisherige Amtsinhaber, der Münchner Kirchenrechtler Lorenz Wolf (66), hatte die Aufgabe abgegeben, nachdem er durch das im Januar vorgestellte Missbrauchsgutachten für die Erzdiözese belastet worden war. Seither wird das Büro von seiner bisherigen Stellvertreterin, der Rechtsanwältin Bettina Nickel (51), geleitet.

Das Katholische Büro ist die Verbindungsstelle der sieben bayerischen Bistümer zu staatlichen Institutionen und der Landespolitik. Es führt Verhandlungen und trifft Absprachen mit der Staatsregierung und beobachtet politische Entwicklungen, vor allem in der Bildungs- und Sozialpolitik. Weil es in Bayern eine eigene Bischofskonferenz gibt, zählt auch die Vor- und Nachbereitung von deren Vollversammlungen und die Umsetzung von Aufträgen dieser Bischofskonferenz zu den Aufgaben des Büros, das es seit 1993 gibt. (KNA)