Auch in Pfingstgottesdiensten wird der Trauer Raum gegeben

Nach Zugunglück: Garmischer Kirchen öffnen für Trauernde

Aktualisiert am 05.06.2022  –  Lesedauer: 

Garmisch-Partenkirchen ‐ Bei dem Zugunglück am Freitag nahe Garmisch-Partenkirchen sind laut Behördenangaben fünf Menschen gestorben, mehrere Dutzend wurden verletzt. Die Kirchen der Region laden angesichts der Katastrophe zu Gebeten und stillen Andachten ein.

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Nach dem schweren Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen mit fünf Toten laden die Kirchen in der Region zu Gebeten und stillen Andachten ein. Am Pfingstsonntag werde auch im Gottesdienst der Trauer Raum gegeben, teilte der evangelische Regionalbischof im Kirchenkreis München und Oberbayern, Christian Kopp, am Samstag mit. Außerdem hätten die Kirchen eine Seelsorge-Notruf-Nummer für Betroffene eingerichtet.

Kopp sprach den Opfern der Katastrophe sein Beileid aus: "Meine Gedanken und Gebete sind bei den Menschen, die in diesem schrecklichen Unglück zu Schaden gekommen sind und bei allen, die trauern." Er denke auch an die Kinder und Jugendlichen, die eigentlich in die Ferien starten wollten und jetzt so etwas erlebt hätten. Er dankte zudem allen Rettungskräften und auch den Soldatinnen und Soldaten, die im Zug waren und so schnell geholfen haben, um noch Schlimmeres zu verhindern.

Marx äußert sich bei Diakonenweihe zu dem Unglück

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hatte bei einer Diakonenweihe am Samstag im Münchner Liebfrauendom erneut der Opfer des Zugunglücks gedacht. "In die fröhliche Feier mischt sich Trauer und Entsetzen", sagte Marx. "Wir tun, was wir tun können: gemeinsam Zeugnis ablegen von der Kraft der Auferstehung." Zuvor hatte sich Marx bereits kurz nach der Katastrophe "schockiert" über die Ereignisse gezeigt. Er sei traurig, dass bei diesem schlimmen Unfall "Menschen aus der Mitte des Lebens gerissen, getötet oder teilweise schwer verletzt wurden", so der Kardinal.

Bei dem schweren Zugunglück am Freitag in Burgrain nahe Garmisch-Partenkirchen sind laut Polizei- und Behördenangaben fünf Menschen gestorben, mehrere Dutzend sind verletzt, einige von ihnen schwer. Immer noch werden Menschen vermisst. Der Zug mit insgesamt 140 Fahrgästen war aus bisher noch ungeklärten Gründen um die Mittagszeit entgleist. Viele Schülerinnen und Schüler saßen am letzten Schultag vor den Pfingstferien im Zug. Hunderte Rettungskräfte waren im Einsatz.

Zwei Gedenkgottesdienste in Garmisch-Partenkirchen geplant

Am Sontagmittag wurde bekannt, dass in Garmisch-Partenkirchen in den nächsten Tagen mit zwei Gedenkgottesdiensten an das schwere Zugunglück erinnert werden soll. Am 11. Juni werde es am Abend in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Partenkirchen einen ökumenischen Gedenkgottesdienst mit dem Münchner Erzbischof Reinhard Marx und dem Münchner evangelischen Regionalbischof Christian Kopp geben, sagte Martin Dubberke, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Garmisch-Partenkirchen, am Sonntag. Für Pfingstmontag sei in der Pfarrkirche ein gemeinsames Gebet geplant.

Die ökumenische Gebetsfeier am Pfingstmontag soll in deutscher und auch in ukrainischer Sprache stattfinden, weil sich nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter den Todesopfern auch zwei Frauen, die mit ihren Kindern aus der Ukraine geflohen sind, befinden sollen. Das sei schwer auszuhalten, sagte Dubberke: "Die Frauen entkommen dem Krieg in der Ukraine und sterben bei uns in einem Zug." (stz/epd/KNA)

5.6., 11:10 Uhr: Ergänzt um die Stellungnahme von Kardinal Marx.

5.6., 13:55 Uhr: Ergänzt um Informationen zu den beiden Gedenkgottesdiensten.