"Desinformation ist an der Tagesordnung"

Papst übt Medienkritik: Es fehlt an "Sauberkeit"

Aktualisiert am 18.06.2022  –  Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Papst Franziskus bemängelt die Berichterstattung in den Medien: Oft gehe es nur um "Schmutz" – Kommunikation werde so zu einer "unreinen Speise" Der Kirche dürfe das in ihrer Glaubenskommunikation nicht passieren, fordert der Pontifex.

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Papst Franziskus hat den heutigen Medien eine unsaubere Berichterstattung vorgeworfen. "Es fehlt an Sauberkeit, Ehrlichkeit, Vollständigkeit", klagte er am Samstag bei einer Begegnung mit Mitgliedern der Gesellschaft des heiligen Paulus. Das Generalkapitel der Ordensgemeinschaft tagt derzeit in der Nähe von Rom.

"Desinformation ist an der Tagesordnung", so der Papst in seiner spontan gehaltenen Rede. Es werde etwas gesagt; aber viele andere Dinge würden verschwiegen. Oft gehe es nur um Verleumdungen, Skandale, "Schmutz". Kommunikation werde so zu einer unverdaulichen, "unreinen Speise".

Beim Glauben sauber komunizieren

Die Kirche müsse dafür sorgen, "dass dies in unserer Glaubenskommunikation nicht geschieht", mahnte Franziskus. Er rief die anwesenden Ordensleute auf, trotz aller Schwierigkeiten sauber, klar und einfach zu kommunizieren. Keinesfalls dürfe die Realität verzerrt werden.

Die 1914 von dem italienischen Priester Giacomo Alberione (1884-1971) gegründete "Gesellschaft vom heiligen Apostel Paulus" besteht heute aus mehreren Ordens- und Säkularinstituten. Die "Paulus-Familie" ist nach eigenen Angaben in 32 Ländern vertreten. Ziel ist die Verbreitung der christlichen Botschaft durch Massenmedien und moderne Kommunikationsmittel. (KNA)