Neuer Verleger kündigt "nahtlosen Übergang" an

Catholic News Service ab 2023 unter neuem Dach

Aktualisiert am 09.07.2022  –  Lesedauer: 

Washington ‐ Es kam völlig überraschend: Vor zwei Monaten kündigte die US-Bischofskonferenz an, sich vom renommierten Catholic News Service zu trennen. Nun scheint es ein Happy End für den Pressedienst zu geben, denn ein neuer Verleger wurde gefunden.

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Nur zwei Monate nach der überraschenden Ankündigung der US-Bischofskonferenz, den "Catholic News Service" (CNS) Ende des Jahres einzustellen, steht der katholische US-Pressedienst vor einem Neustart. Der Verleger von "Our Sunday Visitor" (OSV), Scott Richert, kündigte bei der am Donnerstag (Ortszeit) zu Ende gegangenen Jahresversammlung der "Catholic Media Association" in Portland an, CNS unter dem Dach seines katholischen Verlages weiterzuführen. OSV habe direkt nach der Schließungsankündigung Kontakt zu den Bischöfen aufgenommen, hieß es in einer Pressemitteilung.

Es werde einen "nahtlosen Übergang" geben, eine Vereinbarung über den Erwerb der Rechte an der Plattform sei schon getroffen. Dazu gehöre auch die Nutzung aller digitalen Archive von CNS. Richert kündigte zudem an, zehn neue Mitarbeiter und weitere freie Journalisten einzustellen, die an verschiedenen Standorten arbeiten sollen. OSV plane außerdem, Inhalte auch auf Spanisch zu publizieren. "Our Sunday Visitor" wurde 1912 in Huntington in Indiana gegründet. Der Verlag gibt eine wöchentliche Zeitung, Zeitschriften und Bücher heraus und vertreibt Gemeindematerialien. Bislang ist OSV Kunde von CNS.

Hintergründe der Trennung der US-Bischöfe von CNS weiter unklar

In einem OSV-Leitartikel am Mittwoch hieß es, die US-Kirche "brauche eine katholische Nachrichtenagentur, der die Gläubigen vertrauen". Anfang Mai hatte der Kommunikationsdirektor der US-Bischofskonferenz, James Rogers, den 21 Mitarbeitenden von CNS die Schließung zum Jahresende mitgeteilt. Die Hintergründe des Endes der Agentur, die Zuschüsse von der Bischofskonferenz erhält und im vergangenen Jahr ihren 100. Geburtstag feierte, blieben bislang unklar.

Einerseits ist es ein offenes Geheimnis, dass CNS in seiner Berichterstattung nicht immer den Kurs und die Prioritäten der konservativen Mehrheit der Bischöfe mitgetragen hat. Zum anderen leidet die traditionelle Bistumspresse unter denselben Problemen wie die säkularen Medien. Gewinnbringende Berichterstattung ist durch die Veränderungen in der Medienstruktur, den Wegfall von Anzeigen und zurückgehende Abonnements kaum noch möglich.

Beobachter hatten noch bis vor Kurzem vermutet, dass die Bischöfe mit ihrer Schließung von CNS dem Medienriesen EWTN das Feld überlassen. Das zum "Global Catholic Network" gehörende und von konservativen Geldgebern gut ausgestattete Unternehmen vertritt über seine Kanäle vor allem die Agenda von US-Rechtskatholiken. (KNA)