Wenige Tage nach Eklat um Aussagen von Kurienkardinal Kurt Koch

Bischof Bätzing zu Gesprächen im Vatikan

Aktualisiert am 03.10.2022  –  Lesedauer: 

Bonn/Vatikanstadt ‐ Wenige Tage nach dem Eklat um eine Äußerung des Schweizer Kurienkardinals Kurt Koch ist der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, in den Vatikan gereist. Bei seinem Besuch geht es aber eigentlich um ein anderes Thema.

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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hält sich seit Sonntag für mehrere Tage zu Gesprächen im Vatikan auf. Zentrales Thema der Begegnungen mit Vertretern der Kurie ist die Vorbereitung des Ad-limina-Besuchs der deutschen Bischöfe Mitte November. Bei diesem Besuch wollen die deutschen Bischöfe erstmals mit vatikanischen Behördenchefs und mit dem Papst über die bisherigen Ergebnisse des Synodalen Wegs in Deutschland sprechen.

Die Reise Bätzings wird überschattet von dem Eklat um eine Äußerung des Schweizer Kurienkardinals Kurt Koch in der Vorwoche. Koch hatte in einem Interview über Parallelen zwischen aktuellen kirchlichen Diskussionen und solchen aus der NS-Zeit gesprochen. Es irritiere ihn, dass in einem Text des Synodalen Wegs "neben den Offenbarungsquellen von Schrift und Tradition noch neue Quellen angenommen werden; und es erschreckt mich, dass dies – wieder – in Deutschland geschieht. Denn diese Erscheinung hat es bereits während der nationalsozialistischen Diktatur gegeben, als die so genannten Deutschen Christen Gottes neue Offenbarung in Blut und Boden und im Aufstieg Hitlers gesehen haben."

Bätzing hatte daraufhin bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung der Bischöfe in Fulda den "inakzeptablen" NS-Vergleich Kochs scharf kritisiert und eine sofortige Entschuldigung gefordert. Geschehe dies nicht, "werde ich eine offizielle Beschwerde beim Heiligen Vater einreichen", so der Bischof von Limburg. Koch wehrte sich danach gegen den Vorwurf, er habe das Reformprojekt mit den den Nationalsozialisten nahestehenden evangelischen "Deutschen Christen" verglichen. Bätzing entgegnete, er könne Kochs Antwort "nicht als zufriedenstellend akzeptieren". Der Kardinal habe sich "im Kern nicht für die unhaltbaren Äußerungen entschuldigt, sondern sie – im Gegenteil – noch verschlimmert", so Bätzing. Auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, kritisierte Kochs Aussagen. (stz/KNA)