"Sexualität wird als Waffe eingesetzt"

Ukrainischer Erzbischof prangert Vergewaltigungen im Krieg an

Aktualisiert am 18.10.2022  –  Lesedauer: 

Kiew ‐ Sexualität werde im Krieg in der Ukraine als Waffe eingesetzt, kritisiert der griechisch-katholische Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk. Das verletze die Würde von Frauen, Männern und auch der Familie.

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Der griechisch-katholische Kiewer Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk hat sexualisierte Gewalt im Ukrainekrieg angeprangert. "Sexualität wird als Waffe eingesetzt, als Werkzeug zur Herabwürdigung und Erniedrigung der menschlichen Person", sagte er in einer am Dienstagabend veröffentlichten Videobotschaft. Es gebe eine große Zahl "schrecklicher Fälle von öffentlichen Vergewaltigungen". So seien Mädchen und Frauen teilweise von ihren Peinigern schwanger geworden. Diese "Gewalt gegen die Intimsphäre eines Menschen" verletze die Würde von Frauen und Männern und auch die Familie.

"Wir müssen heute alles tun, damit die Familie frei von Gewalt ist. Wenn die Familie als Oase des Lebens und der Liebe nicht vor jeder Art von Gewalt geschützt wird, dann wird sie vielleicht nicht überleben", so der Großerzbischof. Am Vortag habe man die sehr gute Nachricht erhalten, dass 108 ukrainische Frauen aus russischer Gefangenschaft befreit worden seien. Er rief die Menschen auf, die geretteten Frauen mit Liebe, Wärme und Gebet zu umgeben. "Denn die Fakten über die Gewalt gegen Frauen in russischer Gefangenschaft, die sie erzählen, brechen uns das Herz und lassen uns das Blut in den Adern gefrieren." (KNA)