Kardinal De Kesel: "Ich konnte frei sagen, was ich wollte"

Belgiens Bischöfe sprechen im Vatikan über Seelsorge für Homosexuelle

Aktualisiert am 26.11.2022  –  Lesedauer: 

Antwerpen/Vatikanstadt ‐ Nur eine Woche nach den deutschen Bischöfen haben auch ihre belgischen Amtsbrüder ihren Ad-limina-Besuch im Vatikan absolviert. Dabei haben sie nach Aussage von Kardinal Jozef De Kesel auch über Seelsorge für Homosexuelle gesprochen.

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Belgiens Bischöfe haben bei ihrem Ad-limina-Besuch im Vatikan über Seelsorge für Homosexuelle gesprochen. "Ich konnte frei sagen, was ich wollte, in einer Atmosphäre der Brüderlichkeit und des Respekts", resümierte ihr Vorsitzender, Kardinal Jozef De Kesel, gegenüber dem belgischen Portal Kerknet am Freitagabend. So hätten sie beispielsweise erklärt, dass sie Homosexuelle in der Kirche unterstützen wollten.

Die Belgische Bischofskonferenz war in der vergangenen Woche für fünf Tage zu ihrem Ad-limina-Besuch nach Rom gereist. Damit folgten sie direkt auf die deutschen Bischöfe. Genauso wie diese hatten auch die Belgier einen zweistündige Austausch mit dem Papst sowie ein großes Treffen mit mehreren Kurienchefs. Mit acht Leitern von Vatikanbehörden sprachen die Bischöfe etwa über Evangelisierung und Priestermangel sowie über die Beteiligung von Laien und die Präsenz von Frauen in der Kirche.

Der Besuch, der traditionell alle fünf bis sieben Jahr stattfindet, stimmte De Kesel zufrieden. Er habe immer versucht, die kirchliche Situation in Belgien und Europa deutlich zu machen; etwa die Herausforderung für die Kirche, in einer pluralistischen und säkularisierten Gesellschaft präsent zu sein. Es seien zwar nicht alle mit allem einverstanden gewesen, aber sie konnten reden. "Ich fühlte mich gehört und respektiert", so der Brüsseler Kardinal. (KNA)