Woelki verweist auf Fehler von Projektverantwortlichen

Erzbistum Köln hält an Modellprojekt in Bergisch Gladbach fest

Aktualisiert am 18.01.2023  –  Lesedauer: 

Köln ‐ Kardinal Woelki räumt Fehler in der Kommunikation bei der Ausweisung von Bergisch Gladbach zum Modellprojekt im Bistumsreformprozess ein. Schuld seien die Projektverantwortlichen. Nun gibt es Gespräche. Das Projekt soll aber wie geplant starten.

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Das Erzbistum Köln räumt zwar Fehler in der Kommunikation bei der Ausrufung der Gemeinden in Bergisch Gladbach zum Modellprojekt im Strukturreformprozess "#ZusammenFinden" ein, hält aber daran fest. Am Dienstagabend teilte die Erzdiözese mit, dass Kardinal Rainer Maria Woelki angesichts der Versäumnisse von Seiten der Projektverantwortlichen im Generalvikariat großes Verständnis für den Unmut habe, der auch ihn persönlich erreiche. Er habe sich daher von den Verantwortlichen umgehend über die Situation informieren lassen. Dabei habe er "unmissverständlich" zum Ausdruck gebracht, dass das Modellprojekt mit den Menschen vor Ort besprochen und von diesen mitgestaltet und getragen werden müsse. "Deshalb habe ich darum gebeten, sich jetzt noch einmal die Zeit zum intensiven Dialog zu nehmen, um die notwendigen Schritte zu besprechen", so Woelki laut Mitteilung. Der Prozess "#ZusammenFinden" sei für die Zukunft des Erzbistums elementar wichtig. Nur gemeinsam sei es möglich, einen solchen Weg zu gehen, betonte der Erzbischof. Auf die Proteste angesichts der Abberufung von beliebten Pfarrern der Gemeinden ging die Mitteilung nicht ein.

Ziel des Modellprojekts, bei dem die aus den fünf Gemeinden Bergisch Gladbachs bestehende Pastorale Einheit schon zum 1. März statt zum 1. September errichtet werden soll, sei es, beispielhaft pastorale Initiativen sowie ein modernes Verwaltungsmanagement zu erproben. Die Gemeinden haben nach eigenen Angaben erst am vergangenen Wochenende durch ein in den Gottesdiensten verlesenes Memorandum vom früheren Start der neuen Pastoralen Einheit erfahren. In einem Offenen Brief zeigte sich der Kirchenvorstand einer der Gemeinden empört und sprach davon, vom Erzbistum belogen und betrogen worden zu sein. Insbesondere die Abberufung des langjährigen Pfarrers stieß auf Unmut. Der Pfarrer von St. Johann Baptist, Winfried Kissel, teilte in einem eigenen Brief an die Gläubigen mit, dass sein Rücktritt nicht freiwillig sei. Gegenüber katholisch.de gab das Erzbistum an, dass es entgegen der Darstellung des Kirchenvorstands keine Zusicherungen gab, im Vorfeld Gespräche mit Blick auf personelle Entscheidungen zu suchen.

Modellprojekt soll besser erklärt werden

Bereits am Dienstag hatte das Erzbistum angekündigt, dass Weihbischof Ansgar Puff den protestierenden Gremien klärende Gespräche angeboten habe. Puff ist Bischofsvikar für den Pastoralbezirk Süd des Erzbistums, zu dem Bergisch Gladbach gehört. Erste Terminabstimmungen laufen bereits, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung. Auf der Grundlage der Rückmeldungen aus diesen Gesprächen werde der Erzbischof mit den Prozessbeteiligten im Generalvikariat die weitere Vorgehensweise abstimmen, außerdem solle die zuständige Hauptabteilung "Entwicklung Pastorale Einheiten" vertiefende Informationen zum Modellprojekt zusammenstellen.

Unter dem Projekttitel "#ZusammenFinden" will das Erzbistum Köln seine bislang 178 Seelsorgebereiche auf etwa 65 Pastorale Einheiten reduzieren. Als Grund für den Prozess führte das Erzbistum im vergangenen März die rückläufigen Zahlen bei Katholiken, Engagierten, Seelsorgenden und bei den Finanzen an. Kardinal Woelki hatte im Rahmen des "Pastoralen Zukunftswegs" diesen Schritt angekündigt, was zu heftiger Kritik an der Kirchenbasis geführt hatte. Die Entscheidung über den Zuschnitt der künftigen Einheiten sollte maßgeblich durch die Gremien vor Ort geschehen; das Erzbistum kündigte an, dass überall dort, wo es einheitliche Voten der beteiligten Gremien gebe, der Erzbischof diese Voten bestätigen werde. Im April wurden die Vorschläge für den neuen Zuschnitt vorgestellt. (fxn)