Trotz unterschiedlicher Sichtweisen in den Gemeinschaften

Deutsche Orden sehen bei sich Fortschritte im Umgang mit Homosexuellen

Aktualisiert am 24.01.2023  –  Lesedauer: 

Bonn ‐ Ein Jahr nach "#OutInChurch" zieht die Deutsche Ordensobernkonferenz Bilanz: Es gebe Fortschritte im Umgang mit homosexuellen Menschen innerhalb der Orden – auch wenn teils "unterschiedliche Sichtweisen" vorherrschten.

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In den kirchlichen Ordensgemeinschaften gibt es aus Sicht der Deutschen Ordensobernkonferenz Fortschritte im Umgang im homosexuellen Menschen. Auch wenn in den Gemeinschaften durchaus unterschiedliche Sichtweisen zum Thema queere Menschen und Kirche bestünden, werde inzwischen doch viel offener damit umgegangen, dass geschlechtliche Identität offensichtlich nicht immer so eindeutig sei, sagte der Vorsitzende der Konferenz, Bruder Andreas Murk, am Montag in Bonn. Queer ist ein Sammelbegriff für nicht-heterosexuelle Menschen, etwa für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT).

Der Franziskaner äußerte sich aus Anlass des ersten Jahrestags von "#OutInChurch". Im Rahmen der Initiative hatten sich in einer am 24. Januar 2022 veröffentlichten Fernsehdokumentation und einer anschließenden Kampagne rund 125 Mitarbeitende und Mitglieder der katholischen Kirche öffentlich als queer geoutet und Reformen verlangt.

Die Initiative habe zu einer Veränderung im Bewusstsein der Gemeinschaften beigetragen, so Murk. "Wenn ich mich in Menschen hineinzuversetzen versuche, die mit homosexueller Orientierung in einem Orden leben und die sich nun damit hoffentlich nicht länger verstecken müssen, kann ich erahnen, welche Erleichterung das für unsere Schwestern und Brüder bedeutet." Dennoch werde durch die Initiative "#OutinChurch" und die darin enthaltene Kritik nicht das Ordensleben als solches in Frage gestellt, betonte der Franziskaner: "Aber uns wird bewusster, dass auch homosexuelle Menschen die Gelübde leben und mit ihnen ringen wie alle anderen – und das nicht erst seit Januar 2022, sondern seit Jahrhunderten." (KNA)