Kardinal Reinhard Marx ist als Präsident der EU-Bischofskommission COMECE wiedergewählt worden

Er bleibt Vorsitzender

Aktualisiert am 20.03.2015  –  Lesedauer: 
Bild: © KNA
Europa

Brüssel/Bonn ‐ Kardinal Reinhard Marx ist als Präsident der EU-Bischofskommission COMECE wiedergewählt worden. Der 61-Jährige tritt damit seine zweite Amtszeit an. Die Vertreter der Bischofskonferenzen aus den 28 EU-Mitgliedstaaten bestätigten den Münchener Erzbischof am Donnerstagabend in Brüssel für weitere drei Jahre als Vorsitzenden, wie die COMECE am Freitag mitteilte.

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Seine deutschen Amtskollegen gratulierten Marx, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, zu der Wahl. Ihm sei es schon in den vergangenen drei Jahren gelungen, mit klaren Positionen die COMECE als Stimme der katholischen Kirche in Europa sicht- und hörbar zu machen, so der stellvertretende Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Norbert Trelle: "Dabei denke ich an Deine guten Kontakte zu den politischen Spitzenvertretern der Europäischen Union, aber auch Deinen Einsatz, wenn es um ethische Debatten oder historische Erinnerung geht".

Seit 2012 an der Spitze der COMECE

Als Beispiel nennt der Hildesheimer Oberhirte das Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor einigen Monaten. "Gerade das Brüsseler Pflaster ist sicherlich nicht einfach und die Herausforderungen für die ComECE sind vielfältig", so Trelle.

Bei der Frühjahrs-Vollversammlung trafen die Bischöfe der COMECE auch mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, und dem Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments, Frans Timmermans, zusammen.

Marx, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, steht seit 2012 an der Spitze der EU-Bischofskommission. Von 2009 bis 2012 war er COMECE-Vizepräsident, bereits seit 2006 ist er der deutsche Vertreter in dem Gremium. Die COMECE wird von einem Sekretariat in Brüssel unter der Leitung von Generalsekretär Patrick Daly unterstützt.

Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker

Die Wahl fand im Rahmen der dreitägigen Frühjahrsvollversammlung der COMECE statt, bei der das neue Arbeitsprogramm der EU-Kommission im Mittelpunkt der Beratungen stand. Zu Beginn der Versammlung am Mittwoch trafen sich die Bischöfe mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans zu einem Austausch über das Arbeitsprogramm der neuen Kommission. Das Treffen sei "ein deutliches Signal, dass die Kommission auch weiter starkes Interesse am Austausch mit den Kirchen" habe, so Marx.

Aus Anlass des Weltklimagipfels im Dezember in Paris findet die nächste COMECE-Vollversammlung vom 28. bis 30. Dezember in der französischen Hauptstadt statt. (gho/KNA)

20.03.2015, 15.57 Uhr: ergänzt um Zitat von Kardinal Marx und Termin der nächsten Vollversammlung

Die EU-Bischofskommission COMECE

In der EU leben rund 273 Millionen Katholiken. Das entspricht einem Anteil von 54 Prozent der Bevölkerung. Die EU-Bischöfe sind vertreten in der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft, kurz COMECE (lat.: Commissio Episcopatum Communitatis Europensis). In der COMECE sind Vertreter der Bischofskonferenzen aller 28 EU-Staaten zusammengeschlossen Die COMECE verfügt über ein ständiges Sekretariat mit Sitz in Brüssel. Sechster Vorsitzender in ihrer rund 35-jährigen Geschichte ist der Erzbischof von München und Freising und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (61). Die COMECE entstand 1980, ein Jahr nach den ersten Direktwahlen des Europaparlaments. Das Sekretariat der COMECE ähnelt als Verbindungsstelle zur EU-Politik den Katholischen Büros in Deutschland. Auch dort halten Kirchenvertreter Kontakt zu Parlamenten und Regierungen in Bund und Ländern und versuchen, Politik im Sinne der Kirche mitzugestalten. Deutsche Vertreter prägten Struktur und Inhalte der COMECE entscheidend mit. Von den bislang sechs Vorsitzenden kamen drei aus Deutschland: Gründungspräsident war der Bischof von Essen, Franz Hengsbach (1982-1984). Auf ihn folgten Bischof Josef Homeyer von Hildesheim (1993-2006) und seit 2012 nun Marx. Leitend für COMECE-Stellungnahmen ist die katholische Soziallehre. Ihre Arbeitsthemen reichen von Religion und Staat über die Rolle der EU in der Welt (mit Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik, Handel) bis zu Gesellschaftsfragen (soziale Probleme, Forschung und Bioethik, Bildung und Jugend, Förderung von Demokratie). Eine wichtige Rolle spielen auch die Themen Recht, Frieden und Gerechtigkeit, etwa in den Bereichen Menschenrechte, Asyl und Justiz. (KNA)