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Katholisch.de stellt die Eisheiligen vor

Eisheilige: Vier gestrenge Herren und eine Dame

In diesen Tagen "herrschen" die Eisheiligen im Kalender. Doch was hat es mit diesem Phänomen genau auf sich? Und um welche Heiligen handelt es sich? Katholisch.de stellt die Glaubensvorbilder vor.

Von Steffen Zimmermann |  Bonn - 11.05.2020

Bei den Eisheiligen handelt es sich um mehrere Heilige, deren Gedenktage jeweils Mitte Mai begangen werden. Wie viele Heilige tatsächlich zu den Eisheiligen gezählt werden, ist regional unterschiedlich. Während in Norddeutschland Mamertus am 11. Mai als erster Eisheiliger gilt, starten die frostigen Gedenktage in Süddeutschland und Österreich erst mit Pankratius am 12. Mai.

Der Begriff "Eisheilige" kommt daher, dass es Mitte Mai - nach den ersten frühsommerlichen Tagen mit teilweise hohen Temperaturen - noch einmal zu einem Kälteeinbruch mit Nachtfrost kommen kann. Zahlreiche bekannte Bauernregeln rund um die Eisheiligen zeugen davon, dass die Menschen schon vor Jahrhunderten mit der Aussat empfindlicher Samen bis nach dem 15. Mai - dem Gedenktag der "kalten Sophie" - warteten, um die Ernte nicht zu gefährden ("Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist").

11. Mai: Mamertus

Mamertus wurde um das Jahr 400 im südfranzösischen Vienne geboren. Im Jahr 461 wurde er zum Bischof seiner Heimatstadt gewählt. Nachdem Vienne durch ein Erdbeben und eine Feuersbrunst komplett verwüstet zu werden drohte, führte Mamertus die sogenannten Drei Bittgänge, Bittprozessionen zur Erflehung göttlicher Hilfe an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt, ein. Mamertus starb um das Jahr 475 in Vienne, wo er auch beigesetzt wurde. Seine Grabstätte ist heute jedoch nicht mehr bekannt, seine Reliquien sind verschollen.

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Video: © katholisch.de

Was sind Heilige? Ein Beitrag der Serie "Katholisch für Anfänger".

12. Mai: Pankratius

Der Legende nach wurde Pankratius um das Jahr 290 als Sohn eines wohlhabenden Römers in Phrygien auf dem Gebiet der heutigen Türkei geboren. Bald nach seiner Geburt starben beide Eltern, so dass Pankratius von seinem Onkel Dionys aufgenommen und erzogen wurde. Um 303 zogen beide nach Rom, wo es zu dieser Zeit unter Kaiser Diokletian zu grausamen Christenverfolgungen kam. Pankratius ließ sich davon nicht einschüchtern und bekannte sich zu seinem Glauben. Mit dem von seinen Eltern geerbten Vermögen setzte er sich zudem für das Schicksal gefangengenommener Glaubensbrüder ein. Schon bald wurde Pankratius verraten, verhaftet und am 12. Mai 304 öffentlich enthauptet. Obwohl sein toter Körper den Hunden zum Fraß vorgeworfen werden sollte, gelang es, seinen Leichnam fortzuschaffen und in den Katakomben der Via Aurelia zu bestatten. Über dem Grab wurde im Jahr 500 eine Kirche errichtet; heute steht an dieser Stelle die Basilika San Pancrazio.

13. Mai: Servatius von Tongern

Über das Leben von Servatius ist nur wenig bekannt. Man nimmt an, dass er aus Armenien stammte und zu Beginn des vierten Jahrhunderts zur Welt kam. Um das Jahr 340 wurde er Bischof der belgischen Stadt Tongern. Bekannt ist, dass er an zahlreichen Synoden teilgenommen hat, unter anderem 343 in Sardica (dem heutigen Sofia) und 359 in Rimini. Servatius starb am 13. Mai 384 in Maastricht; wie er zu Tode kam, ist nicht bekannt.

Rubrik "Unsere Vorbilder"

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14. Mai: Bonifatius von Tarsus

Zum Leben von Bonifatius von Tarsus - der nicht zu verwechseln ist mit dem als "Apostel der Deutschen" bekannten Bonifatius - gibt es so gut wie keine gesicherten historischen Überlieferungen. Die meisten Angaben zu seinem Leben beruhen auf Legenden. Demnach soll Bonifatius im dritten Jahrhundert in Rom geboren worden sein. Der Legende nach reiste er im Auftrag einer reichen Römerin nach Tarsus in Kleinasien, um dort wertvolle Reliquien ausfindig zu machen. In Tarsus erlebte Bonifatius den Schrecken der Christenverfolgung unter Kaiser Galerius, bei denen zahlreiche Christen gefoltert und getötet wurden. Unter dem Eindruck dieses Erlebnisses wurde Bonifatius zum Christentum bekehrt, bekannte dies öffentlich und wurde daraufhin ebenfalls getötet. Die Legende berichtet weiter, dass seine Gebeine anschließend nach Rom gebracht und dort an der Via Latina beigesetzt wurden.

15. Mai: Sophia von Rom

Sophia, die im deutschsprachigen Raum als "kalte Sophie" bekannt ist, ist die letzte in der Reihe der Eisheiligen. Sie erlitt als junge Frau im Jahr 305 in Rom unter Kaiser Diokletian den Märtyrertod. Um das Jahr 846 übertug Papst Sergius II. ihre Reliquien in die römische Kirche Santi Silvestro e Martino ai Monti.

Von Steffen Zimmermann

Dieser Artikel ist bereits zuvor auf katholisch.de erschienen und wurde nun in aktualisierter Form erneut veröffentlicht.