Berliner Caritas-Chefin kritisiert Krisenmanagement bei Stromausfall
Die Berliner Caritas-Direktorin Ulrike Kostka hat das Krisenmanagement des Landes beim anhaltenden großflächigen Stromausfall im Berliner Südwesten kritisiert. Im Kölner Internetportal domradio.de forderte sie am Montag eine Einbindung der Wohlfahrtsverbände: "Wir sind zum Beispiel als Wohlfahrtsverbände noch nicht an den Krisenstäben beteiligt. Ich habe das zuletzt noch im Gespräch dem Regierenden Bürgermeister gesagt und es passiert einfach nichts."
Es sei fahrlässig, die Ressourcen der Wohlfahrtsverbände nicht zu nutzen, so Kostka. "Ich befürchte, dass so etwas in Berlin nicht das letzte Mal passieren wird, denn als Bundeshauptstadt ist die kritische Infrastruktur anfällig." Auf Bezirksebene läuft es nach Einschätzung der Caritas-Chefin deutlich besser: "Der Stadtrat steht eng im Kontakt mit den zuständigen Pfarrern, aber auf Landesebene besteht noch deutlicher Nachholbedarf." Aus ihrer Sicht hat das Land Berlin zu spät zentral reagiert.
Solidarität als Berlins Stärke
Kostka lobte die große Solidarität in der Bevölkerung, die sich sofort gezeigt habe, nachdem am Samstag bekannt wurde, dass nach einem mutmaßlich linksextremen Anschlag auf eine Kabelbrücke rund 45.000 Haushalte im Berliner Südwesten sowie Krankenhäuser und Pflegeheime über Tage ohne Strom sind. "Die Solidarität ist klasse und das ist auch eine Stärke von Berlin. Das erleben wir immer wieder."
Die aktuelle Situation zeige aber auch, wie wichtig das Netz der Kirchengemeinden sei, so Kostka. Sie seien vor Ort, genauso wie die Dienste und Einrichtungen der Caritas. "Wir sind direkt im Sozialraum und können nah bei den Menschen sein. Das ist gut, ebenso wie die Unterstützung durch die Malteser. Das zeigt noch einmal, dass die Kirche gerade in der Krisenhilfe sehr stark ist." (KNA)
