Unheilbar an seltener Krebsart erkrankt

Schriftsteller Barnes: Es gibt kein Leben nach dem Tod

Veröffentlicht am 15.01.2026 um 09:20 Uhr – Lesedauer: 

München ‐ Kommt nach dem Tod noch etwas? Der an Krebs erkrankte Schriftsteller Julian Barnes glaubt nicht daran. Ihn überzeugen weder Nahtoderfahrungen noch eine bekannte philosophische Überlegung zum Glauben an Gott.

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Der britische Schriftsteller Julian Barnes (79) glaubt nicht an ein Leben nach dem Tod. "Es kann Trost bieten, wenn man daran glaubt, aber wenn man nicht daran glaubt, wenn es nicht stimmt, ist es kein Trost, sondern ein Wahn", sagte Barnes der "Süddeutschen Zeitung". Der Autor feiert in wenigen Tagen seinen 80. Geburtstag und ist unheilbar an einer seltenen Krebsart erkrankt. Nun hat er das Buch "Abschied(e)" veröffentlicht, das er als letztes Gespräch mit seinen Lesern sieht.

Nahtoderfahrungen, in denen manche Menschen einen Lichtstrahl sehen, seien kein Beweis für ein Leben nach dem Tod, so Barnes. Denn dies lasse sich einfach neurophysiologisch erklären: "Tut mir leid, es ist nicht Gott, sondern das Gehirn."

Der Autor führte zudem die berühmte Wette des Mathematikers und Philosophen Blaise Pascal an: "Man kann an Gott glauben oder sich weigern, an ihn zu glauben. Wenn man an ihn glaubt, und es stellt sich heraus, es gibt ein weiteres Leben, dann hat man gewonnen. Wenn man nicht daran glaubt, hat man verloren, wenn es das Leben nach dem Tod doch gibt. Also sind die Gewinnchancen für Glauben höher." Dieses Denken komme ihm jedoch sehr naiv vor, so Barnes. "Wenn Gott wirklich alles weiß, dann weiß er auch, dass du bloß wettest und eben keine echte philosophische Entscheidung triffst." (KNA)